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Wohneigentum auch 2017 wichtigste Anlage

Auf Rang zwei Grundstücke, Gold Rang vier:

von Gerhard Rodler

Immobilien sind auch weiterhin die beliebteste Anlageform der Österreicher. Das Eigenheim bleibt auch 2017 die interessanteste Spar- und Anlageform für die österreichische Bevölkerung. Auch auf auf Platz zwei kommen Immobilien, nämlich Grundstücke und der Bausparvertrag. Gold belegt Rang 4.
Das Stimmungsbarometer 2017 der GfK Austria liefert die Informationen über aktuelles Interesse der Österreicher an verschiedenen Spar- und Anlageformen - unabhängig von der tatsächlichen Nutzung.
Eigenheim und Grundstückskauf weiterhin die beliebtesten Spar- und Anlageformen.
Der Kauf einer Eigentumswohnung/eines Hauses stellt für 40 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher eine interessante Anlageform dar - dieser Wert liegt seit 2014 auf quasi unverändertem Niveau. Eine ebenfalls stabile Zeitreihe zeigt sich beim Grundstückskauf, der für 36 Prozent der Befragten attraktiv ist. Der Bausparvertrag, historisch äußerst beliebt in der österreichischen Bevölkerung, hat seine Spitzenposition im Jahr 2016 eingebüßt und steht mit 31 Prozent nur mehr auf Rang 3 der interessantesten Spar- und Anlageformen. Gold verliert im Vergleich zum Vorjahr tendenziell an Reiz, belegt mit 27 Prozent aber weiterhin den vierten Rang.
Dicht dahinter folgt einerseits das Online-Sparkonto, das tendenziell zulegen konnte und derzeit von 25 Prozent der Befragten als interessante Sparform gesehen wird. Mit 24 Prozent nur knapp niedriger ist das Interesse an Investmentfonds, das in Vergleich zum Vorjahr signifikant zulegen konnte.
Investmentfonds und Aktien im Aufwind, aber auch das Zuhause-Sparen steigt weiter an. Neben den Investmentfonds, die deutlich zulegen konnten, ist auch das Interesse an Aktien tendenziell gestiegen - 17 Prozent bewerten diese als attraktive Anlageform. Im Gegensatz dazu musste das Sparbuch erneut Einbußen hinnehmen, es erreicht aktuell einen Wert von 18 Prozent, was einem Rückgang von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht.

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Mangelware Student Living

BfSW fordert mehr studentischen Wohnraum:

von Charles Steiner

Zwar haben mittlerweile sehr viele Entwickler und Bauträger die Assetklasse Student Living für sich entdeckt - dem in Deutschland ansässigen Bundesverband für studentisches Wohnen (BfSW) ist das allerdings immer noch zu wenig. Denn vor allem im staatlichen Sektor sei das Angebot an studentischem Wohnen gering - und deshalb sind die Privaten unverzichtbar. Allerdings: Vorschriften und Normen machen die Schaffung von günstigem Wohnraum schwierig. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung erhob die Verbandsführung die Forderung, mehr studentischen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Den Zahlen des BfSW zufolge sei nämlich die Unterbringungsquote in Wohnheimen in Relation zu den in Deutschland Studierenden immer noch bei 9,9 Prozent - sprich, ein Zehntel der Studenten ist in einem Studentenwohnheim einquartiert. In Zahlen gegossen: Von 2,8 Millionen Studierenden stehen, so der BfSW, 314.000 Wohnungen in Studentenwohnheimen gegenüber.
Da muss mehr her, findet der Vorstandsvorsitzende der BfSW, Rainer Nonnengässer. In einer Aussendung erklärte er, dass es in Deutschland mehr Siebenzimmerwohnungen als Einzimmerwohnungen gebe - und das würde die aktuelle Nachfrage, die sich aus der demografischen Entwicklung ergibt, nicht abdecken. Die Folge daraus: Die Preise steigen - seit 2010 durchschnittlich gar um 25 Prozent. Deswegen will man konkrete Vorschläge erarbeiten und den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern suchen, um Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern.

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Vergleich Immofinanz/Immoeast ist durch

Handelsgericht hat Vergleich zu Merger genehmigt:

von Charles Steiner

Ein weiterer Rechtsstreit konnte von der Immofinanz endgültig beendet werden. Wie die Immofinanz via Ad-hoc-Mitteilung erklärt hatte, hat das Handelsgericht Wien den Vergleich zur Beendigung der gerichtlichen Überprüfung des Umtauschverhältnisses des vor sieben Jahren erfolgten Mergers von Immoeast und Immofinanz genehmigt, die Kapitalerhöhung zur Aktienausgabe ist heute im Firmenbuch eingetragen worden. Die Aktien werden aller Voraussicht nach in der kommenden Woche - dem 30. Mai - zugeteilt. Der Vergleich sieht eine Ausgleichsleistung an die Immoeast-Aktionäre durch die Ausgabe von zusätzlichen Immofinanz-Aktien im Verhältnis 0,088 Immofinanz-Aktien pro Immoeast-Aktie vor. Ausgleichsberechtigt seien rund 340,7 Millionen ehemaliger Immoeast-Aktien.
Insgesamt werden 29.985.306 zusätzliche Immofinanz-Aktien ausgegeben. Davon stammen 16.948.049 Stück aus dem derzeitigen Bestand eigener Aktien der Gesellschaft. Die übrigen 13.037.257 Aktien, die rund 1,25 Prozent des derzeitigen Grundkapitals entsprechen, sind junge Aktien aus bestehendem genehmigten Kapital. Das entspricht beim derzeitigen Immofinanz-Kurs einem Wert von etwa 60 Millionen Euro.
Überdies hat die Immofinanz, bis gestern Hauptaktionär der CA Immo, ihre Anteile der CA Immo von 26 Prozent zu ihrer Tochter Gena Elf Immobilien Holding GmbH umgeschichtet. Damit hält die 100-Prozent-Tochter jetzt die 26 Prozent. „Es handelt sich hierbei um eine interne Umschichtung ohne strategischen oder operativen Hintergrund“, heißt es von einer Sprecherin der Immofinanz gegenüber dem immoflash. Aufgrund der Höhe des Anteils - 26 Prozent - sei die Umschichtung aber meldepflichtig gewesen.

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Crowdfundung noch unreglementiert

Diskussion über Einschränkungen:

von Gerhard Rodler

Mit der zunehmenden Bedeutung von crowdfunding haben schlagartig die ersten intensiveren Diskussisonen über eine verschärfte Reglementierung dieser alternativen Finanzierungsform eingesetzt. Zumindest in Deutschland, wo crowdfunding für Immobilienprojekte mittlerweile einen größeren Stellenwert haben. als derzeit noch in Österreich.
Mittlerweile hat sich auch der deutsche Bundestag mit dem Thema beschäftigt, weil weitere crowdfunding-Beschränkungen zum erweiterten Schutz der Kleinanleger zur Diskussion gestanden sind.
Das ist jetzt vorerst vom Tisch. Die Abgeordneten des Bundestages diskutierten vergangene Woche die Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes und haben vorerst keine Einschränkungen vorgesehen. Ers 2018 ist eine zweite Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes wieder geplant.
Frank Noé, Co-Founder und CIO von zinsbaustein.de.: „Wir begrüßen die Entscheidung des Gesetzgebers. Eine Abschaffung der Privilegierung hätte nicht primär die großen etablierten Marktteilnehmer betroffen sondern vor allem die Markteintrittsbarrieren für sogenannte Newcomer erhöht, deren Kapitalzugänge begrenzt sind oder deren Projektvolumina die Erstellung eines Prospektes weder zeitnoch kostenmäßig rechtfertigen würden.“ Die Privatanleger durch eine strengere Regulierung von Crowdinvesting in Immobilien künftig wieder auszuschließen, wäre ein Fehler gewesen. Noch vor einigen Jahren war es vor allem Family Offices und institutionellen Investoren vorbehalten, in Immobilien zu investieren. Crowdinvesting hat die Anlageklasse demokratisiert.

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Menschenfreunde im Haus der Hochfinanz

Haus der Philanthropie in der Alten Börse eröffnet

von Stefan Posch

In der Alten Börse in Wien wurde gestern das Haus der Philantropie offiziell eröffnet. Bei den Feierlichkeiten stellten sich die zehn gemeinnützigen Organisationen vor, die in der Bürogemeinschaft Synergien, Kooperationen und gegenseitige Inspiration nützen wollen.
„Wenn einer alleine versucht etwas zu bewirken, ist es einer alleine der wirkt. Wenn mehrere mit der selben Herzensangelgenheit zusammentun, dann gibt es eine unglaubliche Kraft“, erklärt Hermann Rauter, Initiator des Hauses und Gründer der Herztraum Immobilien GmbH. Das Immobilienunternehmen stellt die Hälfte der Reinerlöse Kinderhilfsprojekten zur Verfügung. Daneben nutzen neun weitere Organisationen die Büroräumlichkeiten. Etwa Ashoka, ein Förderer für Social Entrepreneurs, die Essl Foundation, die sich die Unterstützung von Menschen mit Behinderung zum Ziel gemacht hat oder auch discovering hands, eine Initiative, in der blinde und sehbehinderte Frauen eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs erlernen können.
„Alleine dem Geld nachlaufen ist einfach zu wenig“, sagt Rauter. „Erfolgreiches Wirtschaften ist durchaus kraftvoll und nährend, aber mit Herztraum kann ich täglich die erfüllenden Momente erleben“, so der Immobilienunternehmer weiter. Wenn man 40 Jahre etwas macht, müsse man überprüfen, ob es einem erfüllt oder nicht. Erfüllung ist für Rauter, „wenn der Papa oder die Mama sagt, ich bin stolz auf dich.“ Diesen Moment würde er jetzt mehrmals am Tag erleben.

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Gemeinnützige fordern Normendämmung

GBV will Auflagenlockerung für Baukostensenkung:

von Stefan Posch

Die Baukosten sind in den vergangenen Jahre stark gestiegen und nicht wenige machen dafür die Normenflut verantwortlich, die die Bauträger in Österreich zu beachten haben. Weniger Auflagen fordert nun auch der Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GVB). Mit der Eindämmung der Flut an kostentreibenden Normen und bautechnischen Auflagen müsse nun endlich „Ernst gemacht werden“, so Alfred Graf, Obmann-Stv. der GVB, in einer Aussendung. Zur Senkung der Baukosten „anbieten“ würden sich etwa eine Entschärfung der Brand-und Schallschutzauflagen, eine maßvolle Lockerung des 100-prozentigen barrierefreien Bauens zugunsten flexiblerer, praxisgerechterer Regelungen und die Abschaffung der kostenintensiven Stellplatzverpflichtungen in den Gemeinden, heißt es vonseiten der GBV weiter. Bei den energetischen Anforderungen wird für das Niedrigenergiehaus als Standardbauweise, da sich das Passivhaus „nicht rechnet, weil die höheren Bau- und Wartungskosten nicht durch die Energieeinsparungen wettzumachen sind“ plädiert.
Durch einen „Hype in den Qualitätsanforderungen“ habe sich der geförderte Wohnbau von seiner zentralen Zielsetzung, für Klein-und Mittelverdiener erschwinglichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, teilweise entfernt, so Graf weiter. Nicht jedes Projekt müsse auch die höchsten Standards der Wohnbauförderung erfüllen und „nicht alles, was technisch machbar ist, hat auch für den Endverbraucher denselben hohen Stellenwert. Es darf auch einfacher sein.“

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Millionenmarkt Münster

Durchschnittspreis knapp an Millionengrenze:

von Gerhard Rodler

Es muss nicht immer Berlin, Düsseldorf oder Leipzig sein. Abseits der Trampelpfade gibt es nach wie vor noch Märkte mit gutem Wachstumspotenzial. Knapp eine Million Euro zahlten Investoren im zurückliegenden Jahr durchschnittlich für eine Anlageimmobilie in Münster. „Die Stadt verfügt aufgrund ihrer beständig wachsenden Einwohnerzahl und einer Wohneigentumsquote von lediglich 32 Prozent über einen wertstabilen Mietermarkt, Kriterien die für Anleger entscheidend sind“, führt Markus Baumgarte, Bereichsleiter Wohn- und Geschäftshäuser* bei Engel & Völkers Commercial in Münster.
Im Jahr 2016 wurden mit 88 Objekten erstmals wieder nahezu so viele Wohn- und Geschäftshäuser wie im Jahr 2009 gehandelt. Dies entspricht einem absoluten Anstieg von 30 Objekten im Vergleich zum Vorjahr und bringt die hohe Nachfrage nach Anlageimmobilien in der Universitätsstadt zum Ausdruck. Das dazugehörige Umsatzvolumen stieg laut dem aktuell veröffentlichten „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Münster“ von Engel & Völkers um 27 Prozent auf 84,3 Millionen Euro an. Somit zahlten Käufer im Schnitt rund 954.500 Euro für ein Wohn- und Geschäftshaus.
Den Münsteraner Zinshausmarkt prägen überwiegend private, lokale Bestandshalter, die häufig eine Aufteilungsabsicht beim Objekterwerb verfolgen. Aufgrund mangelnder Anlagealternativen zeigen sich zudem semiprofessionelle Erstkäufer an der Anlageklasse Zinshaus interessiert. „Aktuell nutzen einige Käufer das attraktive Niedrigzinsniveau, um Objekte zu erwerben, die sie sowohl selbst bewohnen als auch vermieten“, ergänzt Baumgarte. Gefragt sind hier insbesondere Altbauten aus der Gründerzeit oder aus dem Jugendstil in zentralen Lagen. Neben klassischen Kaufentscheidungskriterien spielt der Faktor „Emotion“ bei diesen Käufern eine entscheidende Rolle. Für Liebhaberimmobilien wird deutlich mehr als der Spitzenpreis von 3.900 Euro/m² gezahlt.
In guten Lagen wie St. Mauritz oder Geist verteuerten sich die Quadratmeterpreise ebenfalls. Je nach Objektqualität, Mikrolage und Potenzial der Immobilie sind Käufer hier bereit, zwischen 1.600 und 2.600 Euro/m² zu zahlen.

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Wenig Barrierefreiheit für Senioren

Mehrheit der Ü65 haben kein barrierefreies Heim

von Charles Steiner

Mit steigendem Alter wird Barrierefreiheit ein immer virulenteres Thema. Die Immobilienbranche hat das bereits längst erkannt und baut entsprechende Objekte, die auch eine immer beliebtere Assetklasse werden. Aber: Vor 30,40 oder 50 Jahren hat man das beim Bauen nicht bedacht. Und viele Senioren leben in einer Immobilie, die vor Jahrzehnten erbaut wurde. Bei einer breiten Mehrheit jener Menschen über 65 Jahren ist daher in ihrer jeweiligen Immobilie Barrierefreiheit nicht vorhanden. Das zumindest sagt eine Studie der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG, die 1.000 Senioren ab 65 Jahren zu ihrer Wohnsituation befragt hat.
Wenn dann körperliche Einschränkungen - etwa nach Stürzen oder ähnlichem - drohen, wird es entweder teuer, oder man muss ausziehen. Eine Nachrüstung - etwa ein barrierefreies Bad, rollstuhlgerechte Türen wie Schwellen, ein Treppenlift oder Ähnliches - kostet nämlich sehr viel Geld, da muss man schon mit einem mittleren fünfstelligen Betrag oder noch mehr rechnen. Da beginnt aber schon das nächste Problem: Zwei Drittel der in besagter Studie Befragten könnten diese Beträge gar nicht bezahlen, da sie neben ihrem Eigenheim kaum oder gar kein Vermögen haben. Finanziell noch komplizierter wird es dann, wenn man dazu noch Pflegepersonal benötigt, denn das geht dann noch zusätzlich ins Geld. Was laut Deutsche Leibrenten noch zusätzlich hinzukommt: Die Kreditbereitschaft der Banken für Senioren wird immer geringer.
Die Deutsche Leibrente empfiehlt Pensionisten daher, rechtzeitig einen Kassasturz zu machen und für die Zukunft zu planen, damit sie auch in Zukunft ihre Immobilie nutzen können.

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Luxus zum Tag: Wohnen wie Napoleon

Chateau de Roquehort in Pyrenäen steht zum Verkauf:

von Charles Steiner

Chateau de Roquehort Chateau de Roquehort

14 Hektar Grundbesitz, ein Chateau samt privatem See und ein Hauch von Weltgeschichte: Diesen Luxus kann man sich jetzt neun Kilometer entfernt vom französischen Monein gönnen, so man das nötige Kleingeld dazu hat. Das Chateau de Roquehort auf den Pyrenäen wird nämlich von Concierge Auctions in Zusammenarbeit mit French Character Homes versteigert. Was die Weltgeschichte betrifft: Das Objekt wurde 1811 zur Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges des Ersten Kaiserreiches von Napoleon erbaut. Die Immobilie wird am 14. Juni an den Höchstbieter versteigert. Der Listenpreis des Château beträgt 2,945 Millionen Euro. Bei der Auktion gibt es keinen Mindestpreis.
Das Chateau zeigt eine klassische, symmetrische Fassade und liegt hinter einem privaten See. Es beinhaltet vier große Empfangsräume, eine Prunktreppe mit Galerie und neun Schlafzimmer-Suiten (jede mit eigenem Kamin) machen das Château exemplarisch für den damals vorherrschenden Geist. Dennoch: Trotz der Geschichtsträchtigkeit wurde die Immobilie für die Ansprüche moderner Käufer modernisiert und verfügt über einen geheizten Swimmingpool, Jacuzzi, Heimkino, Sportstudio und Sauna. Das Chateau wurde erst kürzlich renoviert.

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Karriere zum Tag: Neu bei Medici

Klaus Kortebein wechselt ins Adivsory Board:

von Charles Steiner

Klaus KortebeinKlaus Kortebein

Klaus Kortebein, zuvor als Managing Director Global Key Accounts EMEA bei CBRE Global Investors, wechselt zur Medici Living Group ins Advisory Board. Das gab das Unternehmen, das sich auf Co-Living in Europa spezialisiert hat, via Aussendung bekannt. Kortebein soll im Beirat Medici künftig bei der Akquise von Großprojekten mit einer Gesamtmietfläche von bis zu 10.000 m² unterstützen, vor allem in den Big Seven in Deutschland sowie anderen europäischen Metropolen.
Klaus Kortebein hat seit mehr als 20 Jahren führende Positionen in der Immobilien- und Finanzbranche inne. Bis Ende Februar 2017 war er als Managing Director bei CBRE Global Investors für die Investments von Großkunden in Europa verantwortlich und ist seitdem als Unternehmensberater tätig. Zuvor war er unter anderem als Geschäftsführer bei der australischen Cromwell Property Group und Morgan Stanley beschäftigt. Auch für MEAG und Deka Immobilien hat er bereits globale Immobilienportfolios aufgebaut und deren Fonds gemanagt.

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Handelsgericht hat Vergleich zu Merger genehmigt:

Vergleich Immofinanz/Immoeast ist durch

von Charles Steiner

Ein wei­te­rer Rechts­streit konn­te von der Im­mo­fi­nanz end­gül­tig be­en­det wer­den. Wie die Im­mo­fi­nanz via Ad-hoc-Mit­tei­lung er­klärt hat­te, hat das Han­dels­ge­richt Wien den Ver­gleich zur Be­en­di­gung der ge­richt­li­chen Über­prü­fung des Um­tausch­ver­hält­nis­ses des vor sie­ben Jah­ren er­folg­ten Mer­gers von Im­moeast und Im­mo­fi­nanz ge­neh­migt, die Ka­pi­tal­er­hö­hung zur Ak­ti­en­aus­ga­be ist heu­te im Fir­men­buch ein­ge­tra­gen wor­den. Die Ak­ti­en wer­den al­ler Vor­aus­sicht nach in der kom­men­den Wo­che - dem 30. Mai - zu­ge­teilt. Der Ver­gleich sieht ei­ne Aus­gleichs­leis­tung an die Im­moeast-Ak­tio­nä­re durch die Aus­ga­be von zu­sätz­li­chen Im­mo­fi­nanz-Ak­ti­en im Ver­hält­nis 0,088 Im­mo­fi­nanz-Ak­ti­en pro Im­moeast-Ak­tie vor. Aus­gleichs­be­rech­tigt sei­en rund 340,7 Mil­lio­nen ehe­ma­li­ger Im­moeast-Ak­ti­en.
Ins­ge­samt wer­den 29.985.306 zu­sätz­li­che Im­mo­fi­nanz-Ak­ti­en aus­ge­ge­ben. Da­von stam­men 16.948.049 Stück aus dem der­zei­ti­gen Be­stand ei­ge­ner Ak­ti­en der Ge­sell­schaft. Die üb­ri­gen 13.037.257 Ak­ti­en, die rund 1,25 Pro­zent des der­zei­ti­gen Grund­ka­pi­tals ent­spre­chen, sind jun­ge Ak­ti­en aus be­ste­hen­dem ge­neh­mig­ten Ka­pi­tal. Das ent­spricht beim der­zei­ti­gen Im­mo­fi­nanz-Kurs ei­nem Wert von et­wa 60 Mil­lio­nen Eu­ro.
Über­dies hat die Im­mo­fi­nanz, bis ges­tern Haupt­ak­tio­när der CA Im­mo, ih­re An­tei­le der CA Im­mo von 26 Pro­zent zu ih­rer Toch­ter Ge­na Elf Im­mo­bi­li­en Hol­ding GmbH um­ge­schich­tet. Da­mit hält die 100-Pro­zent-Toch­ter jetzt die 26 Pro­zent. „Es han­delt sich hier­bei um ei­ne in­ter­ne Um­schich­tung oh­ne stra­te­gi­schen oder ope­ra­ti­ven Hin­ter­grund“, heißt es von ei­ner Spre­che­rin der Im­mo­fi­nanz ge­gen­über dem im­mof­lash. Auf­grund der Hö­he des An­teils - 26 Pro­zent - sei die Um­schich­tung aber mel­de­pflich­tig ge­we­sen.

Diskussion über Einschränkungen:

Crowdfundung noch unreglementiert

von Gerhard Rodler

Mit der zu­neh­men­den Be­deu­tung von crowd­fun­ding ha­ben schlag­ar­tig die ers­ten in­ten­si­ve­ren Dis­kus­si­so­nen über ei­ne ver­schärf­te Re­gle­men­tie­rung die­ser al­ter­na­ti­ven Fi­nan­zie­rungs­form ein­ge­setzt. Zu­min­dest in Deutsch­land, wo crowd­fun­ding für Im­mo­bi­li­en­pro­jek­te mitt­ler­wei­le ei­nen grö­ße­ren Stel­len­wert ha­ben. als der­zeit noch in Ös­ter­reich.
Mitt­ler­wei­le hat sich auch der deut­sche Bun­des­tag mit dem The­ma be­schäf­tigt, weil wei­te­re crowd­fun­ding-Be­schrän­kun­gen zum er­wei­ter­ten Schutz der Klein­an­le­ger zur Dis­kus­si­on ge­stan­den sind.
Das ist jetzt vor­erst vom Tisch. Die Ab­ge­ord­ne­ten des Bun­des­ta­ges dis­ku­tier­ten ver­gan­ge­ne Wo­che die Eva­lua­ti­on des Klein­an­le­ger­schutz­ge­set­zes und ha­ben vor­erst kei­ne Ein­schrän­kun­gen vor­ge­se­hen. Ers 2018 ist ei­ne zwei­te Eva­lua­ti­on des Klein­an­le­ger­schutz­ge­set­zes wie­der ge­plant.
Frank Noé, Co-Foun­der und CIO von zins­bau­stein.de.: „Wir be­grü­ßen die Ent­schei­dung des Ge­setz­ge­bers. Ei­ne Ab­schaf­fung der Pri­vi­le­gie­rung hät­te nicht pri­mär die gro­ßen eta­blier­ten Markt­teil­neh­mer be­trof­fen son­dern vor al­lem die Markt­ein­tritts­bar­rie­ren für so­ge­nann­te New­co­mer er­höht, de­ren Ka­pi­tal­zu­gän­ge be­grenzt sind oder de­ren Pro­jekt­vo­lu­mi­na die Er­stel­lung ei­nes Pro­spek­tes we­der zeit­noch kos­ten­mä­ßig recht­fer­ti­gen wür­den.“ Die Pri­vat­an­le­ger durch ei­ne stren­ge­re Re­gu­lie­rung von Crow­din­ves­ting in Im­mo­bi­li­en künf­tig wie­der aus­zu­schlie­ßen, wä­re ein Feh­ler ge­we­sen. Noch vor ei­ni­gen Jah­ren war es vor al­lem Fa­mi­ly Of­fices und in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­to­ren vor­be­hal­ten, in Im­mo­bi­li­en zu in­ves­tie­ren. Crow­din­ves­ting hat die An­la­ge­klas­se de­mo­kra­ti­siert.
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Haus der Philanthropie in der Alten Börse eröffnet

Menschenfreunde im Haus der Hochfinanz

von Stefan Posch

In der Al­ten Bör­se in Wien wur­de ges­tern das Haus der Phil­an­tro­pie of­fi­zi­ell er­öff­net. Bei den Fei­er­lich­kei­ten stell­ten sich die zehn ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen vor, die in der Bü­ro­ge­mein­schaft Syn­er­gi­en, Ko­ope­ra­tio­nen und ge­gen­sei­ti­ge In­spi­ra­ti­on nüt­zen wol­len.
„Wenn ei­ner al­lei­ne ver­sucht et­was zu be­wir­ken, ist es ei­ner al­lei­ne der wirkt. Wenn meh­re­re mit der sel­ben Her­zens­an­gel­gen­heit zu­sam­men­tun, dann gibt es ei­ne un­glaub­li­che Kraft“, er­klärt Her­mann Rau­ter, In­itia­tor des Hau­ses und Grün­der der Herz­t­raum Im­mo­bi­li­en GmbH. Das Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­men stellt die Hälf­te der Rein­erlö­se Kin­der­hilfs­pro­jek­ten zur Ver­fü­gung. Da­ne­ben nut­zen neun wei­te­re Or­ga­ni­sa­tio­nen die Bü­ro­räum­lich­kei­ten. Et­wa As­ho­ka, ein För­de­rer für So­ci­al En­tre­pre­neurs, die Essl Foun­da­ti­on, die sich die Un­ter­stüt­zung von Men­schen mit Be­hin­de­rung zum Ziel ge­macht hat oder auch dis­co­ver­ing hands, ei­ne In­itia­ti­ve, in der blin­de und seh­be­hin­der­te Frau­en ei­ne Me­tho­de zur Früh­er­ken­nung von Brust­krebs er­ler­nen kön­nen.
„Al­lei­ne dem Geld nach­lau­fen ist ein­fach zu we­nig“, sagt Rau­ter. „Er­folg­rei­ches Wirt­schaf­ten ist durch­aus kraft­voll und näh­rend, aber mit Herz­t­raum kann ich täg­lich die er­fül­len­den Mo­men­te er­le­ben“, so der Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­mer wei­ter. Wenn man 40 Jah­re et­was macht, müs­se man über­prü­fen, ob es ei­nem er­füllt oder nicht. Er­fül­lung ist für Rau­ter, „wenn der Pa­pa oder die Ma­ma sagt, ich bin stolz auf dich.“ Die­sen Mo­ment wür­de er jetzt mehr­mals am Tag er­le­ben.

GBV will Auflagenlockerung für Baukostensenkung:

Gemeinnützige fordern Normendämmung

von Stefan Posch

Die Bau­kos­ten sind in den ver­gan­ge­nen Jah­re stark ge­stie­gen und nicht we­ni­ge ma­chen da­für die Nor­men­flut ver­ant­wort­lich, die die Bau­trä­ger in Ös­ter­reich zu be­ach­ten ha­ben. We­ni­ger Auf­la­gen for­dert nun auch der Ös­ter­rei­chi­scher Ver­band ge­mein­nüt­zi­ger Bau­ver­ei­ni­gun­gen (GVB). Mit der Ein­däm­mung der Flut an kos­ten­trei­ben­den Nor­men und bau­tech­ni­schen Auf­la­gen müs­se nun end­lich „Ernst ge­macht wer­den“, so Al­fred Graf, Ob­mann-Stv. der GVB, in ei­ner Aus­sen­dung. Zur Sen­kung der Bau­kos­ten „an­bie­ten“ wür­den sich et­wa ei­ne Ent­schär­fung der Brand-und Schall­schutz­auf­la­gen, ei­ne maß­vol­le Lo­cke­rung des 100-pro­zen­ti­gen bar­rie­re­frei­en Bau­ens zu­guns­ten fle­xi­ble­rer, pra­xis­ge­rech­te­rer Re­ge­lun­gen und die Ab­schaf­fung der kos­ten­in­ten­si­ven Stell­platz­ver­pflich­tun­gen in den Ge­mein­den, heißt es von­sei­ten der GBV wei­ter. Bei den en­er­ge­ti­schen An­for­de­run­gen wird für das Nied­rig­ener­gie­haus als Stan­dard­bau­wei­se, da sich das Pas­siv­haus „nicht rech­net, weil die hö­he­ren Bau- und War­tungs­kos­ten nicht durch die En­er­gie­ein­spa­run­gen wett­zu­ma­chen sind“ plä­diert.
Durch ei­nen „Hype in den Qua­li­täts­an­for­de­run­gen“ ha­be sich der ge­för­der­te Wohn­bau von sei­ner zen­tra­len Ziel­set­zung, für Klein-und Mit­tel­ver­die­ner er­schwing­li­chen Wohn­raum zur Ver­fü­gung zu stel­len, teil­wei­se ent­fernt, so Graf wei­ter. Nicht je­des Pro­jekt müs­se auch die höchs­ten Stan­dards der Wohn­bau­för­de­rung er­fül­len und „nicht al­les, was tech­nisch mach­bar ist, hat auch für den End­ver­brau­cher den­sel­ben ho­hen Stel­len­wert. Es darf auch ein­fa­cher sein.“
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Durchschnittspreis knapp an Millionengrenze:

Millionenmarkt Münster

von Gerhard Rodler

Es muss nicht im­mer Ber­lin, Düs­sel­dorf oder Leip­zig sein. Ab­seits der Tram­pel­pfa­de gibt es nach wie vor noch Märk­te mit gu­tem Wachs­tums­po­ten­zi­al. Knapp ei­ne Mil­li­on Eu­ro zahl­ten In­ves­to­ren im zu­rück­lie­gen­den Jahr durch­schnitt­lich für ei­ne An­la­ge­im­mo­bi­lie in Müns­ter. „Die Stadt ver­fügt auf­grund ih­rer be­stän­dig wach­sen­den Ein­woh­ner­zahl und ei­ner Wohn­ei­gen­tums­quo­te von le­dig­lich 32 Pro­zent über ei­nen wert­sta­bi­len Mie­ter­markt, Kri­te­ri­en die für An­le­ger ent­schei­dend sind“, führt Mar­kus Baum­gar­te, Be­reichs­lei­ter Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser* bei En­gel & Völ­kers Com­mer­ci­al in Müns­ter.
Im Jahr 2016 wur­den mit 88 Ob­jek­ten erst­mals wie­der na­he­zu so vie­le Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser wie im Jahr 2009 ge­han­delt. Dies ent­spricht ei­nem ab­so­lu­ten An­stieg von 30 Ob­jek­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr und bringt die ho­he Nach­fra­ge nach An­la­ge­im­mo­bi­li­en in der Uni­ver­si­täts­stadt zum Aus­druck. Das da­zu­ge­hö­ri­ge Um­satz­vo­lu­men stieg laut dem ak­tu­ell ver­öf­fent­lich­ten „Markt­re­port Wohn- und Ge­schäfts­häu­ser Müns­ter“ von En­gel & Völ­kers um 27 Pro­zent auf 84,3 Mil­lio­nen Eu­ro an. So­mit zahl­ten Käu­fer im Schnitt rund 954.500 Eu­ro für ein Wohn- und Ge­schäfts­haus.
Den Müns­te­ra­ner Zins­haus­markt prä­gen über­wie­gend pri­va­te, lo­ka­le Be­stand­shal­ter, die häu­fig ei­ne Auf­tei­lungs­ab­sicht beim Ob­jekter­werb ver­fol­gen. Auf­grund man­geln­der An­la­ge­al­ter­na­ti­ven zei­gen sich zu­dem se­mi­pro­fes­sio­nel­le Erst­käu­fer an der An­la­ge­klas­se Zins­haus in­ter­es­siert. „Ak­tu­ell nut­zen ei­ni­ge Käu­fer das at­trak­ti­ve Nied­rig­zins­ni­veau, um Ob­jek­te zu er­wer­ben, die sie so­wohl selbst be­woh­nen als auch ver­mie­ten“, er­gänzt Baum­gar­te. Ge­fragt sind hier ins­be­son­de­re Alt­bau­ten aus der Grün­der­zeit oder aus dem Ju­gend­stil in zen­tra­len La­gen. Ne­ben klas­si­schen Kauf­ent­schei­dungs­kri­te­ri­en spielt der Fak­tor „Emo­ti­on“ bei die­sen Käu­fern ei­ne ent­schei­den­de Rol­le. Für Lieb­ha­be­r­im­mo­bi­li­en wird deut­lich mehr als der Spit­zen­preis von 3.900 Eu­ro/m² ge­zahlt.
In gu­ten La­gen wie St. Mau­ritz oder Geist ver­teu­er­ten sich die Qua­drat­me­ter­prei­se eben­falls. Je nach Ob­jekt­qua­li­tät, Mi­kro­la­ge und Po­ten­zi­al der Im­mo­bi­lie sind Käu­fer hier be­reit, zwi­schen 1.600 und 2.600 Eu­ro/m² zu zah­len.
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Mehrheit der Ü65 haben kein barrierefreies Heim

Wenig Barrierefreiheit für Senioren

von Charles Steiner

Mit stei­gen­dem Al­ter wird Bar­rie­re­frei­heit ein im­mer vi­ru­len­te­res The­ma. Die Im­mo­bi­li­en­bran­che hat das be­reits längst er­kannt und baut ent­spre­chen­de Ob­jek­te, die auch ei­ne im­mer be­lieb­te­re As­set­klas­se wer­den. Aber: Vor 30,40 oder 50 Jah­ren hat man das beim Bau­en nicht be­dacht. Und vie­le Se­nio­ren le­ben in ei­ner Im­mo­bi­lie, die vor Jahr­zehn­ten er­baut wur­de. Bei ei­ner brei­ten Mehr­heit je­ner Men­schen über 65 Jah­ren ist da­her in ih­rer je­wei­li­gen Im­mo­bi­lie Bar­rie­re­frei­heit nicht vor­han­den. Das zu­min­dest sagt ei­ne Stu­die der Deut­sche Leib­ren­ten Grund­be­sitz AG, die 1.000 Se­nio­ren ab 65 Jah­ren zu ih­rer Wohn­si­tua­ti­on be­fragt hat.
Wenn dann kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen - et­wa nach Stür­zen oder ähn­li­chem - dro­hen, wird es ent­we­der teu­er, oder man muss aus­zie­hen. Ei­ne Nach­rüs­tung - et­wa ein bar­rie­re­frei­es Bad, roll­stuhl­ge­rech­te Tü­ren wie Schwel­len, ein Trep­pen­lift oder Ähn­li­ches - kos­tet näm­lich sehr viel Geld, da muss man schon mit ei­nem mitt­le­ren fünf­stel­li­gen Be­trag oder noch mehr rech­nen. Da be­ginnt aber schon das nächs­te Pro­blem: Zwei Drit­tel der in be­sag­ter Stu­die Be­frag­ten könn­ten die­se Be­trä­ge gar nicht be­zah­len, da sie ne­ben ih­rem Ei­gen­heim kaum oder gar kein Ver­mö­gen ha­ben. Fi­nan­zi­ell noch kom­pli­zier­ter wird es dann, wenn man da­zu noch Pfle­ge­per­so­nal be­nö­tigt, denn das geht dann noch zu­sätz­lich ins Geld. Was laut Deut­sche Leib­ren­ten noch zu­sätz­lich hin­zu­kommt: Die Kre­dit­be­reit­schaft der Ban­ken für Se­nio­ren wird im­mer ge­rin­ger.
Die Deut­sche Leib­ren­te emp­fiehlt Pen­sio­nis­ten da­her, recht­zei­tig ei­nen Kas­sa­sturz zu ma­chen und für die Zu­kunft zu pla­nen, da­mit sie auch in Zu­kunft ih­re Im­mo­bi­lie nut­zen kön­nen.
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Chateau de Roquehort in Pyrenäen steht zum Verkauf:

Luxus zum Tag: Wohnen wie Napoleon

von Charles Steiner

Chateau de Roquehort Chateau de Roquehort
14 Hekt­ar Grund­be­sitz, ein Cha­teau samt pri­va­tem See und ein Hauch von Welt­ge­schich­te: Die­sen Lu­xus kann man sich jetzt neun Ki­lo­me­ter ent­fernt vom fran­zö­si­schen Mo­n­ein gön­nen, so man das nö­ti­ge Klein­geld da­zu hat. Das Cha­teau de Ro­que­hort auf den Py­re­nä­en wird näm­lich von Con­cier­ge Auc­tions in Zu­sam­men­ar­beit mit French Cha­rac­ter Ho­mes ver­stei­gert. Was die Welt­ge­schich­te be­trifft: Das Ob­jekt wur­de 1811 zur Zeit des wirt­schaft­li­chen Auf­schwun­ges des Ers­ten Kai­ser­rei­ches von Na­po­le­on er­baut. Die Im­mo­bi­lie wird am 14. Ju­ni an den Höchst­bie­ter ver­stei­gert. Der Lis­ten­preis des Châ­teau be­trägt 2,945 Mil­lio­nen Eu­ro. Bei der Auk­ti­on gibt es kei­nen Min­dest­preis.
Das Cha­teau zeigt ei­ne klas­si­sche, sym­me­tri­sche Fas­sa­de und liegt hin­ter ei­nem pri­va­ten See. Es be­inhal­tet vier gro­ße Emp­fangs­räu­me, ei­ne Prunktrep­pe mit Ga­le­rie und neun Schlaf­zim­mer-Sui­ten (je­de mit ei­ge­nem Ka­min) ma­chen das Châ­teau ex­em­pla­risch für den da­mals vor­herr­schen­den Geist. Den­noch: Trotz der Ge­schichts­träch­tig­keit wur­de die Im­mo­bi­lie für die An­sprü­che mo­der­ner Käu­fer mo­der­ni­siert und ver­fügt über ei­nen ge­heiz­ten Swim­ming­pool, Ja­cuz­zi, Heim­ki­no, Sport­stu­dio und Sau­na. Das Cha­teau wur­de erst kürz­lich re­no­viert.

Klaus Kortebein wechselt ins Adivsory Board:

Karriere zum Tag: Neu bei Medici

von Charles Steiner

Klaus KortebeinKlaus Kortebein
Klaus Kor­te­bein, zu­vor als Ma­na­ging Di­rec­tor Glo­bal Key Ac­counts EMEA bei CB­RE Glo­bal In­ves­tors, wech­selt zur Me­di­ci Li­ving Group ins Ad­vi­so­ry Board. Das gab das Un­ter­neh­men, das sich auf Co-Li­ving in Eu­ro­pa spe­zia­li­siert hat, via Aus­sen­dung be­kannt. Kor­te­bein soll im Bei­rat Me­di­ci künf­tig bei der Ak­qui­se von Groß­pro­jek­ten mit ei­ner Ge­samt­miet­flä­che von bis zu 10.000 m² un­ter­stüt­zen, vor al­lem in den Big Se­ven in Deutsch­land so­wie an­de­ren eu­ro­päi­schen Me­tro­po­len.
Klaus Kor­te­bein hat seit mehr als 20 Jah­ren füh­ren­de Po­si­tio­nen in der Im­mo­bi­li­en- und Fi­nanz­bran­che in­ne. Bis En­de Fe­bru­ar 2017 war er als Ma­na­ging Di­rec­tor bei CB­RE Glo­bal In­ves­tors für die In­vest­ments von Groß­kun­den in Eu­ro­pa ver­ant­wort­lich und ist seit­dem als Un­ter­neh­mens­be­ra­ter tä­tig. Zu­vor war er un­ter an­de­rem als Ge­schäfts­füh­rer bei der aus­tra­li­schen Crom­well Pro­per­ty Group und Mor­gan Stan­ley be­schäf­tigt. Auch für ME­AG und De­ka Im­mo­bi­li­en hat er be­reits glo­ba­le Im­mo­bi­li­en­port­fo­li­os auf­ge­baut und de­ren Fonds ge­ma­nagt.
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Familie und Freunde haben Michael Schmidt, Geschäftsführer der 3SI Immogroup, für seinen Lebensweg geprägt.Familie und Freunde haben Michael Schmidt, Geschäftsführer der 3SI Immogroup, für seinen Lebensweg geprägt.

Vom DKT-Spiel zur Realität

Wenn Mi­cha­el Schmidt, Ge­schäfts­füh­rer der 3SI Im­mo­group, über Zins­häu­ser spricht, leuch­ten sei­ne Au­gen. Schon früh war sein Weg vor­ge­zeich­net, nicht zu­letzt auf­grund sei­nes Va­ters. Da­bei be­gann al­les mit ei­nem Brett­spiel. Mi­cha­el Schmidt meint, was er sagt. Er ge­hört nicht zu den Ab­ge­ho­be­nen, Ar­ro­gan­ten, je­nen, die mei­nen, sie wür­den über ei­nem ste­hen, und ei­nen das auch zu spü­ren ge­ben. Im Ge­gen­teil. Er ge­hört zu der Sor­te Men­schen, mit de­nen man sich gleich gut ver­steht, wo man das Ge­fühl hat, man kennt ihn ewig. "A gonz a Gmiat­li­cher", wür­de ein Kärnt­ner an­er­ken­nend sa­gen, fa­mi­li­är und loy­al. Und er hegt ei­ne spür­ba­re Lei­den­schaft zu dem, was er tut. So­wie das Wort Zins­haus fällt, leuch­ten die Au­gen, so als ob es sich um ei­nen Schatz han­deln wür­de. Als sol­che be­han­delt er die Ob­jek­te auch, die er als Ge­schäfts­füh­rer der 3SI Im­mo­group kauft und re­vi­ta­li­siert. Wie man denn wird, was man ist, fra­gen wir, um das Eis zu bre­chen. Schmidt be­ginnt zu re­den, oder bes­ser ge­sagt, es spru­delt aus ihm her­aus: "Durch mei­ne El­tern, mei­ne Freun­de. Die ha­ben mich zu dem ge­macht, der ich bin. Dort ha­be ich Ver­trau­en, Loya­li­tät ge­lernt. Zen­tra­le Wer­te in mei­nem Le­ben. Zu­sam­men­halt ist mir sehr wich­tig." Von der Schu­le ha­be er das nicht, er­zählt er wei­ter, denn ler­nen woll­te er ei­gent­lich nicht. Es war der Fleiß da­nach, et­was er­rei­chen zu wol­len. "Geld war mir ei­gent­lich nicht so wich­tig. Ich war eher je­mand, der prak­tisch ge­ar­bei­tet hat, mit der Theo­rie konn­te ich mich nicht so an­freun­den." Und die Lie­be zu Zins­häu­sern: "Wenn ich ein Zins­haus se­he, kom­men in mir Emo­tio­nen hoch. Ih­re An­mut, ih­re schö­nen Fas­sa­den - wenn ich et­wa ei­nes ge­kauft ha­be, dann kommt Freu­de auf, dann will ich es al­len zei­gen, mei­nem Va­ter, mei­ner Mut­ter, Freun­den. Et­wa so: Schaut, wie schön die­ses Zins­haus ist", lässt Schmidt kei­ne Zwei­fel auf­kom­men, dass er liebt, was er tut. Auf­ge­wach­sen in - ja­woll - ei­nem Zins­haus, be­such­te er zu­nächst das Gym­na­si­um der Do­mi­ni­ka­ne­rin­nen. Er er­in­nert sich: "Ei­gent­lich war das ja ein Mäd­chen­gym­na­si­um, in der Klas­se wa­ren nur drei Bur­schen. Da wa­ren wir na­tür­lich der Hahn im Korb." Das soll­te sich al­ler­dings än­dern, als er die HTL Möd­ling mit der Fach­rich­tung Hoch­bau be­such­te. "Da gab es dann nur drei Mäd­chen, der Rest wa­ren Bur­schen", er­zählt er. [ci­te2] Von Brett-Im­mo­bi­li­en zu ech­ten Rea­li­tä­ten Wie man denn aus­ge­rech­net zu Im­mo­bi­li­en kommt? "Ich ha­be mit mei­nem Va­ter im­mer DKT ge­spielt, er ist ja aus der Bran­che. Mein Va­ter war frü­her im Ver­mie­tungs­sek­tor. Weil mir Schu­le nicht so wich­tig war, ha­be ich nach der Schu­le im­mer in sei­nem Bü­ro ge­ar­bei­tet, mein Ta­schen­geld auf­ge­bes­sert. Das war wohl der Kick, wo ich wuss­te, ich muss et­was mit Im­mo­bi­li­en tun." Miet­ver­trä­ge wa­ren Schmidt aber ir­gend­wann zu we­nig, al­so hat er sei­nem Va­ter vor­ge­schla­gen, war­um man denn nicht Im­mo­bi­li­en kau­fen und ver­kau­fen könn­te. "Mei­nem Va­ter hat die Idee ge­fal­len. Als ich mit der Schu­le fer­tig war, das war 2001, ha­ben wir dann die Fir­ma ge­grün­det." Ob das ir­gend­wie mit dem DKT-Spie­len zu tun hat? "Be­stimmt so­gar", meint Schmidt, der ein sehr en­ges Ver­hält­nis zu sei­nem Va­ter pflegt. "Er ist mein Vor­bild, mei­ne Be­zugs­per­son und mein bes­ter Freund. Er hat mich im­mer tun las­sen." Ob Schmidt se­ni­or das DKT-Spiel ex­tra ein­ge­fä­delt hat? "Mög­li­cher­wei­se - aber da müss­te ich ihn fra­gen", sagt Schmidt mit ei­nem Schmun­zeln. Ge­spielt wird im­mer noch von Zeit zu Zeit - auch wenn sich das Brett­spiel schon längst auf das rea­le Le­ben über­tra­gen hat. "Frü­her hat im­mer mein Va­ter ge­won­nen, jetzt ist es im­mer un­ent­schie­den", er­zählt Schmidt. Fa­mi­lie bleibt im Vor­der­grund Das Fa­mi­liä­re, die Ver­trau­ens­ba­sis, die un­ge­bro­che­ne Loya­li­tät zu Mit­ar­bei­tern - das ist der Fa­den, der sich durch die 3SI Im­mo­group zieht. "Wir ha­ben sehr fla­che Hier­ar­chi­en, wir ar­bei­ten su­per zu­sam­men - mit mei­nem Va­ter, mei­nem Bru­der Claus und mit Freun­den, die wir an Bord ge­holt ha­ben. Je­der kann Ide­en brin­gen, Ent­schei­dun­gen tref­fen", er­zählt Schmidt. Das hat er von sei­nem Va­ter, er konn­te im­mer gut ab­ge­ben. Sein Cre­do war: "Wenn es läuft, passt es eh", sagt Schmidt, der Ver­trau­en im­mer mehr ge­schätzt hat als Kön­nen - Learning by do­ing. Je­der muss sich wei­ter­ent­wi­ckeln kön­nen, braucht sei­nen Raum. Die drei Schmidts Was zur nächs­ten Fra­ge führt: Wo­her der Na­me "3SI Im­mo­group" kommt. Schmidt: "Wir hat­ten vie­le Fir­men, die Da­nu­bi­us, die HMC, die die In­itia­len mei­nes Va­ters, mei­nes Bru­ders und mir dar­stel­len, al­so Ha­rald, Mi­cha­el und Claus. Wir ha­ben dann ei­nen Über­be­griff ge­braucht." Man ahnt es: Der Un­ter­neh­mens­na­me lei­tet sich vom Nach­na­men ab und der An­zahl der han­deln­den Per­so­nen. Die drei Schmidts al­so, um es sa­lopp zu for­mu­lie­ren. "Neu­bau­ten sind Nutz­bau­ten" Weil sich Mi­cha­el Schmidt als Prak­ti­ker sieht, der im­mer wei­ter will, wächst die 3SI Im­mo­group be­stän­dig. Mitt­ler­wei­le ver­weist man auf 70.000 m² im Be­stand, das Gros da­von sind Wie­ner Zins­häu­ser. Und auch da be­merkt man die Lei­den­schaft für die Alt­bau­ten: "Das En­tree, Stuck­fas­sa­den, ge­schwun­ge­ne Trep­pen - so schön kön­nen Neu­bau­ten gar nicht sein", schwärmt Schmidt. Und er wür­de ein sol­ches Ob­jekt nie­mals ab­rei­ßen - fast hät­te er das auch ge­schafft, aber: "Bei ei­nem Ob­jekt im neun­ten Be­zirk ging es nicht an­ders. Lei­der war die Sta­tik zu schlecht, wir konn­ten gar nicht an­ders." Ein Um­stand, der Schmidt heu­te noch wurmt - denn viel lie­ber hät­te er es er­hal­ten. "Ich kann Neu­bau­ten nur als Nutz­bau­ten be­trach­ten. Si­cher, sie sind not­wen­dig, um Wohn­raum zu schaf­fen, aber die An­mut ei­nes Zins­hau­ses wer­den sie nie ha­ben", ist sich Schmidt si­cher. Bei den Schmuck­käst­chen, die Schmidt an­kauft, geht er se­lek­tiv vor: "Wie sieht die La­ge aus, ge­nau­er die Mi­kro­la­ge, die Grät­zel? Gibt es Werk­stät­ten dort, die even­tu­ell Lärm pro­du­zie­ren?", fragt Schmidt. Es sind die klei­nen Din­ge, die den Wert ei­nes Zins­hau­ses stei­gern. Manch­mal ent­schei­det aber auch der Bauch, wie er zu­gibt: "Schon vor Län­ge­rem pas­sier­te das mit ei­nem Zins­haus in der Laudon­gas­se. Es war ein sel­te­nes Eck­haus oh­ne Ob­jek­te da­ne­ben. Da ha­be ich mir ge­dacht, die­se Im­mo­bi­lie muss es sein." Und manch­mal war auch Glück im Spiel - und so gräbt Schmidt ei­ne wit­zi­ge An­ek­do­te aus sei­nem Le­bens­weg her­aus: "Das war da­mals bei den Swa­rov­ski-Häu­sern. Wir hat­ten im Ku­rier groß in­se­riert, wor­auf uns ein Mak­ler mit feins­tem Zwirn aus Inns­bruck be­such­te", be­rich­tet Schmidt. "Da­mals hat­ten wir noch un­ser Bü­ro in Fa­vo­ri­ten, es war sehr schlicht ein­ge­rich­tet, wir ha­ben es Hin­ter­hof­bü­ro ge­nannt. Der Mak­ler kam al­so und frag­te uns, ob er hier rich­tig sei." Er dach­te näm­lich, dass er es mit ei­ner gro­ßen Fir­ma zu tun hät­te, wor­auf die Schmidts er­klär­ten, dass es sich hier­bei um ein (gut­ge­hen­des) Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men hand­le. "Die­ser Mak­ler hat­te neun Zins­häu­ser mit, frag­te uns, ob wir uns das auch leis­ten könn­ten", er­zählt Schmidt wei­ter. Vier ha­be man dann ge­nom­men, ob­wohl es mit dem Ei­gen­ka­pi­tal dann schon knapp wur­de. "An ei­nem Sil­ves­ter­tag hät­ten wir die­se be­zah­len müs­sen, am 23. De­zem­ber hät­te ich den Kauf­ver­trag un­ter­schrei­ben sol­len - noch oh­ne Kre­dit­zu­sa­ge. Mei­ne lang­jäh­ri­ge Bank­be­ra­te­rin er­klär­te mir, ich sol­le mir nicht in die Ho­se ma­chen und un­ter­schrei­ben." Mit ei­nem mul­mi­gen Ge­fühl setz­te Schmidt sei­ne Un­ter­schrift un­ter den Ver­trag - nach den Weih­nachts­fei­er­ta­gen be­kam er dann ei­ne Kre­dit­zu­sa­ge, zu Sil­ves­ter war das Geld plan­ge­mäß auf dem Kon­to des Ver­käu­fers. "Das wa­ren ei­ni­ge der bes­ten Häu­ser, die ich je er­stan­den ha­be", be­reut Schmidt sein Wag­nis von da­mals nicht. Ir­gend­wie er­in­nert das al­les schon an das DKT-Spiel. Halt auf ei­ner hö­he­ren Ebe­ne. Der Rea­li­tät näm­lich. [ci­te1]

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Die Teilnehmer (von links nach rechts): Erich Bernard, Christoph Stadlhuber, Moderator Gerhard Rodler, Ewald Stückler und Friedrich Gruber diskutierten über Nachnutzung. Die Teilnehmer (von links nach rechts): Erich Bernard, Christoph Stadlhuber, Moderator Gerhard Rodler, Ewald Stückler und Friedrich Gruber diskutierten über Nachnutzung.

Metamorphose für Immobilien

Im­mo­bi­li­en be­ste­hen oft län­ger als ihr ur­sprüng­lich an­ge­dach­ter Zweck. Statt sie ab­zu­rei­ßen, kann man sie auch ei­ner Nach­nut­zung zu­füh­ren. So der Te­nor beim jüngs­ten 5 o'clock tea. Drau­ßen herrsch­te ty­pi­sches April­wet­ter. Zwar tro­cken, aber sehr frisch. Pas­send, um ei­nen 5 o'clock tea in ei­ner nach­ge­nutz­ten Im­mo­bi­lie, ei­nem Ring­stra­ßen­pa­lais, in dem die T.O.C. Busi­ness Lounge be­hei­ma­tet ist, ab­zu­hal­ten. Zwar oh­ne Tee, aber im­mer­hin spen­de­te die ed­le Holz­ver­tä­fe­lung zu­sätz­lich zur Hei­zung Wär­me. Nach­nut­zung von Im­mo­bi­li­en war beim jüngs­ten 5 o'clock tea auch das pas­sen­de Stich­wort. In der Re­gel ist der Le­bens­zy­klus ei­ner Ge­wer­be­im­mo­bi­lie, zu­meist Bü­ro­ge­bäu­de, mit 30 Jah­ren deut­lich län­ger, als es ihr ur­sprüng­li­cher Zweck er­laubt. Und wenn der Zweck nicht mehr die Im­mo­bi­lie hei­ligt, sie aber den­noch den gan­zen Le­bens­zy­klus lang steht, muss ent­spre­chend um­ge­nutzt wer­den. Das ist aber nicht im­mer ein­fach, wie die Dis­kus­si­on be­wie­sen hat. [ci­te2] Was al­so tun? Gleich meh­re­re As­pek­te, die für oder wi­der ei­ne Nach­nut­zung spre­chen, durch­leuch­te­ten die hoch­ka­rä­ti­gen Dis­ku­tan­ten. Un­ter der Mo­de­ra­ti­on von Chef­re­dak­teur Ger­hard Rod­ler spra­chen Erich Ber­nard (BWM Ar­chi­tek­ten), Chris­toph Stadlhu­ber (CEO Si­gna Hol­ding), Haus­herr Ewald Stück­ler (T.O.C.) und Fried­rich Gru­ber (Vor­stands­mit­glied 6B47). Und es ging gleich ans Ein­ge­mach­te. Denn Nach­nut­zung be­trifft ei­gent­lich ge­nau zwei Ge­bäu­de­ty­pen, näm­lich his­to­ri­sche Bau­ten und je­ne, die noch im Le­bens­zy­klus ste­hen, aber nicht mehr für ih­ren ur­sprüng­li­chen Zweck ver­wen­det wer­den kön­nen. Letz­te­res trifft vor al­lem Bü­ro­ob­jek­te, nicht zu­letzt des­halb, weil sich die Ar­beits­wei­se dar­in deut­lich schnel­ler ge­wan­delt hat als die Im­mo­bi­lie selbst. Was sind die Her­aus­for­de­run­gen? Erich Ber­nard sieht da­von zwei: den tech­ni­schen As­pekt, der zu­min­dest ob­jek­ti­vier­bar ist, und der Spi­rit des Ge­bäu­des, der we­sent­lich schwe­rer zu er­fas­sen ist. "Es geht um ei­ne Syn­the­se aus der al­ten Bau­sub­stanz und ih­rer neu­en Nut­zung", er­klärt der Ar­chi­tekt. Da darf es kei­ne Kom­pro­mis­se ge­ben. "Wie bei ei­nem Ka­ra­te­kick - aus der Kraft des al­ten Ge­bäu­des muss ein über­zeu­gen­des Neu­kon­zept ent­ste­hen." Er­fah­run­gen, die­sen Spa­gat zu schaf­fen, hat die Si­gna. Ob das bei Be­stands­im­mo­bi­li­en über­haupt lu­kra­tiv ist? Chris­toph Stadlhu­ber er­klärt, das Schwie­rigs­te in der Um­nut­zung sei eben, den pas­sen­den Spi­rit zu fin­den: "Ei­ne Im­mo­bi­lie ist mit ei­nem ge­wis­sen Sinn ge­baut wor­den. Bei ei­ner Nach­nut­zung muss man aber dem Ge­bäu­de ei­nen neu­en Sinn ge­ben." Als Bei­spiel nennt er et­wa his­to­ri­sche Bank­ge­bäu­de. "Der Sinn frü­her, als man sie vor 100 Jah­ren ge­baut hat, war Re­prä­sen­ta­ti­on. Das macht aber heu­te kein Bank­di­rek­tor mehr", so Stadlhu­ber. Aber: "Ein his­to­ri­sches Bank­ge­bäu­de lässt sich per­fekt für ein Ho­tel um­nut­zen", er­klärt der Ma­na­ger. So ge­sche­hen et­wa beim Park Hyatt in Wien. Da lässt sich eben der re­prä­sen­ta­ti­ve Cha­rak­ter per­fekt in die­se Nut­zung in­te­grie­ren. Bei Be­stands­im­mo­bi­li­en aus den 1970er- oder 1980er-Jah­ren wird es aber deut­lich schwie­ri­ger, gibt Stadlhu­ber zu be­den­ken: "Die Haus­tech­nik und die Fas­sa­de sind in der Re­gel ma­ro­de, das macht die Um­nut­zung hoch­kom­plex - und sehr teu­er", er­klärt der Si­gna-Chef. Und das fängt oft auch bei De­cken­hö­hen an - in die­sen Im­mo­bi­li­en sind die­se oft sehr spar­sam aus­ge­stal­tet, was man heu­te "nicht ein­mal mehr im so­zia­len Wohn­bau ver­wen­den kann." Da sei ein Ab­riss am En­de oft die güns­ti­ge­re Lö­sung. [ci­te3] Ewald Stück­ler, Ma­na­ging Di­rec­tor bei T.O.C., sieht bei der Nach­nut­zung noch ei­nen an­de­ren we­sent­li­chen Fak­tor, näm­lich die La­ge. Denn das Ob­jekt müs­se auch für die Nut­zer pas­send sein, da ge­hö­re die La­ge selbst­ver­ständ­lich da­zu. "Wenn die um­ge­nutz­te Im­mo­bi­lie von den Nut­zern nicht an­ge­nom­men wird, nützt die Su­che nach ei­nem Spi­rit gar nichts." Be­vor man an ei­ne Um­nut­zung über­haupt denkt, soll­te die­ser Fak­tor un­be­dingt mit­ein­ge­rech­net wer­den, sagt Stück­ler - und schlägt den Bo­gen zum Phi­lips-Ge­bäu­de auf der Tri­es­ter Stra­ße, das ge­ra­de von 6B47 zu "Phil's Con­do­tel" um­ge­baut wird, in dem sich Ser­viced Apart­ments be­fin­den wer­den. Fried­rich Gru­ber, Vor­stand bei der 6B47, meint zur Ent­schei­dung, das Phi­lips-Ge­bäu­de um­zu­nut­zen, dass man ge­ne­rell zwi­schen Old­ti­mer und Young­ti­mer un­ter­schei­de. Bei Letz­te­ren stel­le sich im­mer die Fra­ge, ob man sie ab­bricht oder nicht: "Ge­ra­de dort stellt sich die Fra­ge, wie man die Ge­bäu­de wie­der emo­tio­nal auf­lädt, und zwar so, dass sie wie­der wahr­ge­nom­men wer­den. Da muss man auch als Ent­wick­ler Ide­en und Vi­sio­nen ha­ben, um das zu be­werk­stel­li­gen." Aber es ist eben nicht nur das. Es ist auch ei­ne tech­ni­sche Fra­ge. Näm­lich, wie man Haus­tech­nik von heu­te in die Sub­stanz von ges­tern im­ple­men­tiert und am En­de auch die Vor­schrif­ten ein­hält. Gru­ber: "Das sind an­de­re Pla­nungs­pro­zes­se, mit de­nen muss man um­ge­hen kön­nen." Im Alt­han-Pro­jekt ist das Ob­jekt et­wa bis auf die Be­ton­mau­ern rück­ge­baut wor­den. [ci­te4] Span­nend für Ent­wick­ler Chris­toph Stadlhu­ber bringt da­bei wie­der die an­fangs er­wähn­te Fas­sa­den­pro­ble­ma­tik ins Spiel: "Wär­me­däm­mung bei sol­chen Ge­bäu­den - das ist ein un­lös­ba­res Pro­blem. Au­ßen geht es nicht und in­nen will man kei­ne Flä­chen auf­ge­ben." Ein wei­te­res Bei­spiel: "Vor 30, 40 Jah­ren war die Haus­tech­nik zu­meist in den Dä­chern ver­or­tet. Heu­te sind aber die Dach­ge­schoss­flä­chen die at­trak­tivs­ten Nut­zungs­flä­chen. Al­so muss zu­min­dest der Kel­ler Platz ha­ben, um die Haus­tech­nik dort ein­zu­rich­ten", sagt Stadlhu­ber. Dann stel­le sich - be­son­ders bei denk­mal­ge­schütz­ten Ge­bäu­den - die Fra­ge, ob und wo man Schäch­te für die Lei­tun­gen durch­schla­gen kön­ne. Aber: "Das Span­nends­te bei der Pro­jekt­ent­wick­lung ist eben die Um­nut­zung. Man braucht da vie­le gu­te Ide­en, man muss of­fen für die Nut­zungs­mög­lich­kei­ten sein", sagt Stadlhu­ber. Erich Ber­nard sieht aber auch bei der Haus­tech­nik Krea­ti­vi­tät ge­fragt. Ein Pro­blem al­ler­dings könn­ten da­mals ver­bau­te Um­welt­gif­te wie As­best wer­den, wie Ger­hard Rod­ler in die Run­de ein­wirft. Fried­rich Gru­ber: "Der Auf­wand da­durch ist auch nicht we­sent­lich grö­ßer, als wenn man es ab­bre­chen wür­de. Auch beim Ab­riss muss man sol­che Ge­fah­ren­stof­fe tren­nen, eben­so wie beim Rück­bau. Ei­nes ist zu­min­dest klar: Nach­nut­zung ist ei­nes der span­nends­ten The­men, de­nen sich nicht al­le stel­len wol­len", sagt Stadlhu­ber. [ci­te1]

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Sachbearbeiter/in für das WEG -Team

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