ÖVI sieht stabilen Immobilienmarkt

Trotz Herausforderungen und strukturellen Problemen

von Stefan Posch

ÖVI Präsident Georg Flödl warnt vor einem Engpass im Mietbereich. © PicMyPlace ÖVI Präsident Georg Flödl warnt vor einem Engpass im Mietbereich. © PicMyPlace
Die österreichische Immobilienwirtschaft zeigt sich aktuell zwar stabil, hat aber mit großen Herausforderungen und auch sturkturellen Problemen zu kämpfen. Das machte der Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI) bei der heutigen Jahrespressekonferenz deutlich. Zwar zeigen sich erste Erholungstendenzen am Markt, gleichzeitig verschärfen politische Eingriffe, stockender Neubau und strukturelle Angebotsdefizite die Lage. Besonder betroffen ist dabei das Mietsegment.

Michael Wollein, ÖVI Vizepräsident, spricht von einer vorsichtigen Markterholung. „Wir sehen eine Erholung mit angezogener Handbremse. 2023 und 2024 sind die Transaktionen massiv eingebrochen, heuer beobachten wir eine Erholung mit weiterem Aufwärtspotential, vor allem bei gebrauchten Immobilien.“ Sinkende Zinsen und steigende Löhne hätten die Nachfrage zuletzt gestärkt. Bei gebrauchten Eigentumswohnungen stieg die Transaktionszahl in den ersten drei Quartalen 2025 um 18% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Anzahl der neuen Hypothekarkredite hat sich gegenüber 2023/2024 fast verdoppelt. 

Deutlich kritischer ist die Situaion beim Neubau, wie Thomas Raith, ÖVI-Vorstand und Bauträgersprecher, ausführt. „Wir hatten in den vergangenen Jahren viel Geld am Markt, aber die Sparquote ist gestiegen und es wurde nicht in Immobilien investiert.“ Hauptursache sei die Verunsicherung privater Käufer gewesen, auch durch regulatorische Vorgaben wie die KIM-Verordnung. „Das Bauträgergeschäft ist faktisch eingeschlafen. Neue Projekte konnten nicht gestartet werden, das führt zwangsläufig zu weniger Fertigstellungen.“ Die Folge: ein zunehmender Wohnungsmangel, vor allem bei Mietwohnungen in Wien. „Neue Wohnungen sind deutlich teurer und die Verkaufszahlen sind eingebrochen. Banken verlangen aber Vorverwertungen, um Projekte zu finanzieren", so Raith, der vor allem teure und schlecht geschnittene Wohnungen als Ladenhüter sieht.

Am Beispiel Vorarlberg skizziert Vizepräsident Andreas Karg vergleichbare Phänomene: Kaufpreise stabilisierten sich oder gaben leicht nach, die Zahl der Transaktionen blieb verhalten, und die Nachfrage verlagerte sich spürbar in Richtung Miete. Mittlerweile zeichnet sich eine vorsichtige Belebung des Immobilienmarktes ab. Die Zahl der Transaktionen zieht wieder an und signalisiert steigende Marktaktivität, insbesondere im Gebrauchtimmobilienmarkt. Preislich zeigt sich überwiegend eine Stabilisierung mit moderaten Anstiegen – allerdings stark abhängig von Zinsniveau, Konjunktur und Lagequalität. Der Neubauverkauf bleibt weiterhin sehr zurückhaltend, eine Tendenz, die Max Madile, ÖVI- Landesstellenleiter in Kärnten nur unterstreichen kann.

Angespannt ist mittlerweile die Lage am Mietmarkt in Ballungszentren, wie ÖVI Präsdient Gerog Flödl ausführt. „Der Mietmarkt ist derzeit das größte Sorgenkind“, so Flödl, der gleichzeitig aber auch anmahnt den "medialen und politischen Spin" zu hinterfragen:  „Die Bestandsmieten sind den Löhnen nicht davongelaufen, die Wohnkosten liegen seit Jahren relativ stabil bei rund 20 bis 21 Prozent.“ Sorgen bereite jedoch der Bereich der Neuvermietungen. „Wir haben geringe Bewilligungs- und Fertigstellungszahlen, gleichzeitig ist die Nachfrage aufgrund der Situation im Eigentumsbereich gestiegen. Das führt zu Preissteigerungen bei Neuvermietungen.“ Politische Eingriffe hätten die Angebotsseite zusätzlich geschwächt. „Wir erleben aktuell sehr einseitige Eingriffe in bestehende Verträge. Das führt zu Vertrauensverlust und Investitionen werden zurückgestellt. Wir haben große Sorge, dass sich die Angebotslage in den kommenden zwei Jahren nicht verbessert.“ Entscheidend sien stabile Rahmenbedingungen und Vertrauen. "Diese Softfaktoren werden darüber entscheiden, ob wir in den kommenden Jahren wieder mehr Angebot am Markt sehen. Der Markt kann liefern – aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", so das Fazit von Georg Flödl.

Einen europapolitischen Blick brachte ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel ein. „Erstmals hat die EU das Thema Wohnen für sich entdeckt.“ Die Europäische Kommission habe einen Affordable Housing Plan vorgelegt, der auf Vereinfachungen abzielt. „In den Ballungsräumen herrscht teils massive Wohnungsknappheit. Die EU will Genehmigungen und Verfahren vereinfachen und auch neue Finanzierungsansätze prüfen.“ Entscheidend sei die Umsetzung. „Es ist ein wichtiges Signal, dass EU-weit statt weiterer Normenfluten eine Vereinfachung angestrebt wird.“ Gleichzeitig appellierte Holzapfel an den Gesetzgeber: „Gerade bei den Themen ESG und Nachhaltigkeit brauchen wir miet- und wohnrechtliche Rahmenbedingungen, die einen fairen Ausgleich zwischen Vermietern und Mietern ermöglichen.“
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EU-Plan für mehr Wohnbau

Weniger Normen, mehr Finanzierungen

von Stefan Posch

Die EU widmet sich  dem Thema Wohnbau © Adobe Stock Die EU widmet sich dem Thema Wohnbau © Adobe Stock
Kürzlich hat die EU-Kommission den European Affordable Housing Plan vorgestellt und setzt damit bei zwei strukturellen Engpässen des Wohnbaus an: der zunehmenden Normenflut und dem Mangel an langfristig verfügbarem Kapital für leistbaren Wohnraum. Ziel ist es, den Wohnbau in den Mitgliedstaaten wieder in Gang zu bringen – insbesondere in Ballungsräumen mit angespannten Märkten.

Ein zentraler Hebel ist die geplante Vereinfachung von Bau-, Planungs- und Sanierungsverfahren. Mit einem sogenannten „housing simplification package“ sollen sich überschneidende Vorgaben etwa bei Energieeffizienz, Brandschutz oder Umweltauflagen reduziert, Standards vereinheitlicht und Genehmigungsprozesse stärker digitalisiert werden. Für die Mitgliedstaaten entsteht damit ein klarer Reformdruck: Wer Zugang zu EU-Wohnbaumitteln will, muss beschleunigte Verfahren und einen Abbau überbordender Auflagen nachweisen, etwa durch Typenpläne, Musterlösungen oder zentrale Bewilligungsstellen.

Parallel dazu adressiert die EU die Finanzierungsseite. Kernstück des Plans ist eine neue paneuropäische Investment-Plattform für leistbares und nachhaltiges Wohnen, getragen von EU-Kommission und EIB-Gruppe. Über Kredite, Garantien und Mischfinanzierungen sollen Milliardenbeträge für Neubau und Sanierung mobilisiert werden. Auch Städte, gemeinnützige Bauträger und private Entwickler sollen dadurch leichter bankfähige Projekte umsetzen können.

Für die österreichische Immobilienwirtschaft ergeben sich daraus neue Chancen – aber auch klare Bedingungen. Österreich liegt bei den Wohnbauinvestitionen unter dem EU-Durchschnitt, der Plan setzt Anreize, diese Lücke über EU-Kredite und Garantien zu schließen, insbesondere im geförderten und mittleren Preissegment. Gleichzeitig entsteht ein impliziter Deal: günstiges, langfristiges Kapital gegen mehr Standardisierung, strengere Energie- und Sozialvorgaben sowie weniger nationale Sondernormen. Das Zusammenspiel von Normenabbau und EU-Auflagen dürfte damit zu einem zentralen Standortfaktor für Entwickler, Investoren und Finanzierer werden.
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Moderat steigende Eigentumspreise erwartet

Raiffeisen Immobilien prognostiziert Plus von drei Prozent

von Stefan Posch

Peter Mayr und Peter Weinberger © RIV Peter Mayr und Peter Weinberger © RIV
Der österreichische Wohnimmobilienmarkt dürfte sich 2026 stabil zeigen, bleibt jedoch unter Druck. Nach Einschätzung von Raiffeisen Immobilien Österreich werden die Preise im Bundesdurchschnitt um rund drei Prozent steigen. Treiber bleiben die anhaltend hohe Nachfrage in den Ballungsräumen sowie ein weiter rückläufiger Neubau. Gleichzeitig bleiben die Finanzierungsbedingungen angespannt, während der Mietmarkt kaum Entlastung signalisiert.

Rückblickend hat sich der Markt 2025 als widerstandsfähig erwiesen. „Der Immobilienmarkt hat 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie stabil er trotz veränderter Rahmenbedingungen ist. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen – Eigentum bleibt für viele Menschen ein zentrales Lebensziel“, sagt Peter Mayr, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich und Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg. Zwar habe die Unsicherheit auf Konsumentenseite Kaufentscheidungen gebremst, die Nachfrage nach Wohnraum sei jedoch hoch geblieben, während die Mieten weiter gestiegen sind.

Zum zentralen Engpass entwickelt sich zunehmend der Neubau. Laut Raiffeisen Research dürfte die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten 2026 mit rund 31.000 ihren Tiefpunkt erreichen. IPeter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich und Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien in Niederösterreich, Wien und Burgenland, warnt vor falschen Erwartungen: „Wenn wir Mieten langfristig dämpfen und Neubau-Eigentum wieder leistbarer machen wollen, kommen wir an einem Punkt nicht vorbei: Wir brauchen mehr Angebot im freifinanzierten Wohnbau.“ Politische Kurzfristmaßnahmen reichten dafür nicht aus. „Marketing-Phrasen und kurzfristige Überschriften ersetzen keine Baugenehmigung.“

Lange Genehmigungsdauern und der anhaltende Zuzug in Städte wie Wien, Graz oder Salzburg verschärfen die Situation zusätzlich. Die strukturelle Angebotsknappheit dürfte damit auch 2026 ein prägendes Merkmal des Wohnimmobilienmarktes bleiben.
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Wohnbau zieht wieder an

Zwei weitere Großprojekte gestartet

von Gerhard Rodler

Der  Wohnbau zieht wieder an. 2 Großprojekte gestartet © ZOOM visual projects Der Wohnbau zieht wieder an. 2 Großprojekte gestartet © ZOOM visual projects
Nach Monaten des Stillstands nimmt der Wohnbau in Wien wieder Fahrt auf. Die Strabag realisiert aktuell zwei umfangreiche Projekte mit insgesamt mehr als 440 neuen Wohneinheiten – ein deutliches Signal für den angespannten Wiener Wohnungsmarkt, der seit Jahren mit steigender Nachfrage und sinkenden Fertigstellungszahlen konfrontiert ist.

Im 23. Bezirk entsteht für die gemeinnützige BWSG das Projekt „Im Terrassengarten“, ein Teil einer größeren Quartiersentwicklung in der Meischlgasse. Geplant sind 285 geförderte Mietwohnungen, ergänzt durch 18 Geschäftslokale und 223 Stellplätze. Die Bauweise erfolgt in Holzhybridkonstruktion, was die Bauzeit verkürzt und die Umweltbelastung reduziert. Das Bauvolumen beträgt rund 58 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2028 vorgesehen.

Im 22. Bezirk baut Strabag für die Zima Unternehmensgruppe das Projekt „Roomeo“ – einen achtgeschossigen Baukörper mit 156 Wohnungen und rund 10.500 Quadratmetern Nutzfläche. Ergänzt wird das Angebot durch 100 PKW-Stellplätze, 300 Fahrradabstellplätze und 30 Plätze für Lastenräder. Auch hier steht Nachhaltigkeit im Fokus: E-Tankstellen und effiziente Energiekonzepte sollen den Betrieb langfristig leistbar halten. Die Investitionssumme liegt bei etwa 70 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Der gleichzeitige Start beider Projekte gilt als Wendepunkt in einer von Zurückhaltung geprägten Bauphase. Während viele Vorhaben wegen hoher Kosten und strenger Finanzierungsauflagen verschoben wurden, zeigen diese Baustarts, dass sich der Markt langsam stabilisiert und neue Entwicklungen wieder möglich sind.
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Baustart für Wohnprojekt Roomeo fixiert

Zima erhält Baugenehmigung für Großprojekt in der Donaustadt

von Stefan Posch

Das Projekt Roomeo der Zima. © Zima Wien Das Projekt Roomeo der Zima. © Zima Wien
Für das Wohnprojekt Roomeo in der Wiener Donaustadt liegt nun die Baugenehmigung vor. Der Projektentwickler Zima startet damit planmäßig Anfang 2026 in die Umsetzung des rund 70 Millionen Euro schweren Wohnbauprojekts. Als Generalunternehmer wurde die Strabag beauftragt. LAut der Zima sind bereits rund ein Drittel der insgesamt 156 Wohnungen verkauft.

Roomeo entsteht in der Ludwig-Reindl-Gasse beziehungsweise Senekowitschgasse im 22. Bezirk und umfasst einen Baukörper mit acht Geschossen und rund 10.500 Quadratmetern Nutzfläche. Angeboten werden 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch 100 Pkw-Stellplätze, umfangreiche Fahrradabstellflächen sowie E-Ladeinfrastruktur.

„Die erteilte Baugenehmigung sowie das äußerst positive Vorverwertungsergebnis stellen zwei zentrale Erfolgssignale für Roomeo dar. Das zeigt uns, dass wir mit dem Standort, dem Produkt und den gewählten Partnern genau richtig liegen“, sagt Thomas Thaler, Standortleiter Zima Wien. „Als Generalunternehmer sorgen wir für eine effiziente und technisch optimierte Umsetzung – von der Planung bis zur Fertigstellung“, erklärt Markus Engerth, Vorstandsmitglied der Strabag Österreich.  Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2027 geplant.
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VPI: Niedriger, aber nicht niedrig genug

Wohnkosten treiben Inflation weiter an

von Gerhard Rodler

Inflation weiter zu hoch, aber nicht mehr so dramatisch © Adobe Stock Inflation weiter zu hoch, aber nicht mehr so dramatisch © Adobe Stock
Die Teuerung in Österreich verharrt auch im November 2025 auf hohem Niveau. Laut Statistik Austria lag der Verbraucherpreisindex (VPI) bei 129,4 Punkten, was einer Inflationsrate von 4,0 Prozent entspricht – der dritte Monat in Folge ohne Entspannung. Im Vergleich zum Oktober stieg das allgemeine Preisniveau um 0,3 Prozent. Zwar fiel die Teuerung damit etwas niedriger aus, als prognostiziert, ist aber dennoch noch nicht ganz im Zielkorridor. 
Besonders spürbar bleibt der Druck auf den Wohnungs- und Energiesektor, der mit +6,6 Prozent erneut die stärksten Preisanstiege verzeichnete. Haushaltsenergie verteuerte sich im Jahresvergleich um 17 Prozent, vor allem durch stark gestiegene Stromkosten (+41,4 %) und teureres Heizöl. Auch Mieten zogen im Schnitt um 4,5 Prozent an – leicht weniger als im Vormonat, aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Die Statistik Austria verweist auf strukturelle Faktoren: Seit Jahresbeginn wirken Strompreisbremse und Energiekostenzuschüsse nicht mehr preisdämpfend. Gleichzeitig stiegen Netzentgelte und Abgaben, während Förderbeiträge für Erneuerbare wieder eingeführt wurden. Diese Effekte treffen Haushalte und Immobilienwirtschaft gleichermaßen, da Energiekosten zunehmend zum entscheidenden Betriebskostentreiber werden.
Während die Baupreise zuletzt leicht stabil blieben, wirkt der anhaltende Preisauftrieb bei Energie und Dienstleistungen belastend.
Der Ausblick bleibt verhalten: Trotz leicht gesunkener Inflation im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Wohnkosten und Energiepreise langfristig die stärksten Preistreiber bleiben – ein Trend, der sich in Miet- und Eigentumsmärkten weiterhin bemerkbar macht. Die von der FMA immer weiter angeheizte Kreditklemme für den heimischen Wohnbau werden die Wohnkosten aufgrund des weiter sich verknappenden Angebotes naturgemäß weiter nach oben treiben.
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Wie Family Business Immobranche rettet

Familienunternehmen boosten Wirtschaft

von Gerhard Rodler

Family Bussiness-Aktivitäten boosten die Immobranche. Im Bild ein Projekt von dnp Architektur © Martin Maier Photography Family Bussiness-Aktivitäten boosten die Immobranche. Im Bild ein Projekt von dnp Architektur © Martin Maier Photography
Familiengeführte Unternehmen gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung – besonders in der Immobilienwirtschaft zeigt sich dieser Trend deutlich. Laut dem aktuellen Deloitte Family Business Report 2025 stammen bereits 22 Prozent aller großen Unternehmen weltweit aus Familienhand. In Europa zählen über 4.000 Betriebe zu dieser Kategorie, bis 2030 soll ihre Zahl auf mehr als 4.500 steigen. Besonders bemerkenswert: Ihr Umsatz dürfte bis dahin um rund 60 Prozent wachsen.

Diese Entwicklung ist auch für die Immobilienbranche relevant. Familienunternehmen gelten als stabile und langfristig orientierte Investoren, die in Zeiten volatiler Märkte auf Nachhaltigkeit, Substanz und regionale Wertschöpfung setzen. Während institutionelle Investoren sich zunehmend zurückhalten, bleiben Familienbetriebe oftmals am Markt aktiv – sei es beim Aufbau von Wohnprojekten, in der Bestandshaltung oder bei der Entwicklung gemischt genutzter Stadtquartiere.

Der Deloitte-Bericht betont, dass neue Technologien zum wichtigsten Wachstumstreiber geworden sind. Rund 40 Prozent der befragten Familienunternehmen haben ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz und digitale Prozesse erhöht. Diese Strategie stärkt nicht nur die Effizienz, sondern eröffnet auch Chancen für datenbasierte Standort- und Projektanalysen – ein Bereich, der in der Immobilienwirtschaft immer wichtiger wird.

Zugleich steht die Branche vor einer Generationentransformation: Zahlreiche Unternehmerfamilien befinden sich in der Nachfolgephase. Laut Studie planen 26 Prozent den Verkauf oder die Beteiligung durch Private Equity, um Kapital und Know-how zu sichern. Andere wiederum holen externe Manager ins Unternehmen oder prüfen Börsengänge – ein klares Zeichen für Professionalisierung.

Für den Immobiliensektor bedeutet das: Family Offices und Familienunternehmen werden zunehmend zu verlässlichen Partnern und Kapitalgebern, die langfristig denken und in schwierigen Marktphasen antizyklisch investieren. Ihr Fokus auf Beständigkeit, Verantwortung und Innovation könnte sich damit als einer der wichtigsten Stabilitätsfaktoren der Branche erweisen.
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Freizeit statt Frequenzverlust

Kontraloop eröffnet in Split

von Gerhard Rodler

cc real holt Kontraloop nach Split © Kontraloop cc real holt Kontraloop nach Split © Kontraloop
Mit der Eröffnung des neuen Leisure-Flagships „Kontraloop“ im City Center one Split antizipiert das CC Real antizipiert die Trends der Zukunft des europäischen Retailmarktes. Auf 2.000 m² kombiniert das Konzept Gaming, Gastronomie und Events – und soll damit Frequenz, Aufenthaltsdauer und Besucherbindung im Shoppingcenter deutlich steigern.

Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in der Erlebnisstrategie von CC Real, die auf emotionale, ganzjährige Nutzungskonzepte statt reinem Handelsfokus setzt. Das Unternehmen investierte zuvor 22 Millionen Euro in die umfassende Modernisierung des Centers, das mit 6,5 Millionen Besuchern jährlich und über 200 Mietern zu den führenden Retail-Destinationen Dalmatiens zählt.

„Mit Kontraloop schaffen wir ein zukunftsorientiertes Umfeld, das Innovation und authentische Erlebnisse verbindet“, erklärt Sven Vorih, Managing Partner von CC Real.

Das Konzept wurde gemeinsam mit TGP International entwickelt und umfasst Kroatiens größte Bowlinganlage mit zwölf Bahnen, mehrere Eventzonen, Bars, eine Außenterrasse sowie rund 300 Sitzplätze. Ergänzt wird das Angebot durch Fun & Play Arcades mit 58 Gaming-Geräten und das Cineplexx-Kino mit MX4D-Technologie.

Für die Immobilienwirtschaft zeigt das Projekt exemplarisch, wie Retailstandorte durch Freizeitnutzung stabilisiert und nachhaltig wirtschaftlich betrieben werden können. Das Center gilt zudem als erstes EU-taxonomiekonformes Shoppingcenter Kroatiens und wurde mit DGNB-Gold zertifiziert – ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Gewerbeimmobilienentwicklung.
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Raiffeisen Immobilien prognostiziert Plus von drei Prozent

Moderat steigende Eigentumspreise erwartet

von Stefan Posch

Der österreichische Wohnimmobilienmarkt dürfte sich 2026 stabil zeigen, bleibt jedoch unter Druck. Nach Einschätzung von Raiffeisen Immobilien Österreich werden die Preise im Bundesdurchschnitt um rund drei Prozent steigen. Treiber bleiben die anhaltend hohe Nachfrage in den Ballungsräumen sowie ein weiter rückläufiger Neubau. Gleichzeitig bleiben die Finanzierungsbedingungen angespannt, während der Mietmarkt kaum Entlastung signalisiert.

Rückblickend hat sich der Markt 2025 als widerstandsfähig erwiesen. „Der Immobilienmarkt hat 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie stabil er trotz veränderter Rahmenbedingungen ist. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen – Eigentum bleibt für viele Menschen ein zentrales Lebensziel“, sagt Peter Mayr, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich und Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg. Zwar habe die Unsicherheit auf Konsumentenseite Kaufentscheidungen gebremst, die Nachfrage nach Wohnraum sei jedoch hoch geblieben, während die Mieten weiter gestiegen sind.

Zum zentralen Engpass entwickelt sich zunehmend der Neubau. Laut Raiffeisen Research dürfte die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten 2026 mit rund 31.000 ihren Tiefpunkt erreichen. IPeter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich und Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien in Niederösterreich, Wien und Burgenland, warnt vor falschen Erwartungen: „Wenn wir Mieten langfristig dämpfen und Neubau-Eigentum wieder leistbarer machen wollen, kommen wir an einem Punkt nicht vorbei: Wir brauchen mehr Angebot im freifinanzierten Wohnbau.“ Politische Kurzfristmaßnahmen reichten dafür nicht aus. „Marketing-Phrasen und kurzfristige Überschriften ersetzen keine Baugenehmigung.“

Lange Genehmigungsdauern und der anhaltende Zuzug in Städte wie Wien, Graz oder Salzburg verschärfen die Situation zusätzlich. Die strukturelle Angebotsknappheit dürfte damit auch 2026 ein prägendes Merkmal des Wohnimmobilienmarktes bleiben.

Zwei weitere Großprojekte gestartet

Wohnbau zieht wieder an

von Gerhard Rodler

Der Wohnbau zieht wieder an. 2 Großprojekte gestartet © ZOOM visual projects
Nach Monaten des Stillstands nimmt der Wohnbau in Wien wieder Fahrt auf. Die Strabag realisiert aktuell zwei umfangreiche Projekte mit insgesamt mehr als 440 neuen Wohneinheiten – ein deutliches Signal für den angespannten Wiener Wohnungsmarkt, der seit Jahren mit steigender Nachfrage und sinkenden Fertigstellungszahlen konfrontiert ist.

Im 23. Bezirk entsteht für die gemeinnützige BWSG das Projekt „Im Terrassengarten“, ein Teil einer größeren Quartiersentwicklung in der Meischlgasse. Geplant sind 285 geförderte Mietwohnungen, ergänzt durch 18 Geschäftslokale und 223 Stellplätze. Die Bauweise erfolgt in Holzhybridkonstruktion, was die Bauzeit verkürzt und die Umweltbelastung reduziert. Das Bauvolumen beträgt rund 58 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2028 vorgesehen.

Im 22. Bezirk baut Strabag für die Zima Unternehmensgruppe das Projekt „Roomeo“ – einen achtgeschossigen Baukörper mit 156 Wohnungen und rund 10.500 Quadratmetern Nutzfläche. Ergänzt wird das Angebot durch 100 PKW-Stellplätze, 300 Fahrradabstellplätze und 30 Plätze für Lastenräder. Auch hier steht Nachhaltigkeit im Fokus: E-Tankstellen und effiziente Energiekonzepte sollen den Betrieb langfristig leistbar halten. Die Investitionssumme liegt bei etwa 70 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Der gleichzeitige Start beider Projekte gilt als Wendepunkt in einer von Zurückhaltung geprägten Bauphase. Während viele Vorhaben wegen hoher Kosten und strenger Finanzierungsauflagen verschoben wurden, zeigen diese Baustarts, dass sich der Markt langsam stabilisiert und neue Entwicklungen wieder möglich sind.
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Zima erhält Baugenehmigung für Großprojekt in der Donaustadt

Baustart für Wohnprojekt Roomeo fixiert

von Stefan Posch

Das Projekt Roomeo der Zima. © Zima Wien
Für das Wohnprojekt Roomeo in der Wiener Donaustadt liegt nun die Baugenehmigung vor. Der Projektentwickler Zima startet damit planmäßig Anfang 2026 in die Umsetzung des rund 70 Millionen Euro schweren Wohnbauprojekts. Als Generalunternehmer wurde die Strabag beauftragt. LAut der Zima sind bereits rund ein Drittel der insgesamt 156 Wohnungen verkauft.

Roomeo entsteht in der Ludwig-Reindl-Gasse beziehungsweise Senekowitschgasse im 22. Bezirk und umfasst einen Baukörper mit acht Geschossen und rund 10.500 Quadratmetern Nutzfläche. Angeboten werden 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch 100 Pkw-Stellplätze, umfangreiche Fahrradabstellflächen sowie E-Ladeinfrastruktur.

„Die erteilte Baugenehmigung sowie das äußerst positive Vorverwertungsergebnis stellen zwei zentrale Erfolgssignale für Roomeo dar. Das zeigt uns, dass wir mit dem Standort, dem Produkt und den gewählten Partnern genau richtig liegen“, sagt Thomas Thaler, Standortleiter Zima Wien. „Als Generalunternehmer sorgen wir für eine effiziente und technisch optimierte Umsetzung – von der Planung bis zur Fertigstellung“, erklärt Markus Engerth, Vorstandsmitglied der Strabag Österreich.  Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2027 geplant.

Wohnkosten treiben Inflation weiter an

VPI: Niedriger, aber nicht niedrig genug

von Gerhard Rodler

Inflation weiter zu hoch, aber nicht mehr so dramatisch © Adobe Stock
Die Teuerung in Österreich verharrt auch im November 2025 auf hohem Niveau. Laut Statistik Austria lag der Verbraucherpreisindex (VPI) bei 129,4 Punkten, was einer Inflationsrate von 4,0 Prozent entspricht – der dritte Monat in Folge ohne Entspannung. Im Vergleich zum Oktober stieg das allgemeine Preisniveau um 0,3 Prozent. Zwar fiel die Teuerung damit etwas niedriger aus, als prognostiziert, ist aber dennoch noch nicht ganz im Zielkorridor. 
Besonders spürbar bleibt der Druck auf den Wohnungs- und Energiesektor, der mit +6,6 Prozent erneut die stärksten Preisanstiege verzeichnete. Haushaltsenergie verteuerte sich im Jahresvergleich um 17 Prozent, vor allem durch stark gestiegene Stromkosten (+41,4 %) und teureres Heizöl. Auch Mieten zogen im Schnitt um 4,5 Prozent an – leicht weniger als im Vormonat, aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Die Statistik Austria verweist auf strukturelle Faktoren: Seit Jahresbeginn wirken Strompreisbremse und Energiekostenzuschüsse nicht mehr preisdämpfend. Gleichzeitig stiegen Netzentgelte und Abgaben, während Förderbeiträge für Erneuerbare wieder eingeführt wurden. Diese Effekte treffen Haushalte und Immobilienwirtschaft gleichermaßen, da Energiekosten zunehmend zum entscheidenden Betriebskostentreiber werden.
Während die Baupreise zuletzt leicht stabil blieben, wirkt der anhaltende Preisauftrieb bei Energie und Dienstleistungen belastend.
Der Ausblick bleibt verhalten: Trotz leicht gesunkener Inflation im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Wohnkosten und Energiepreise langfristig die stärksten Preistreiber bleiben – ein Trend, der sich in Miet- und Eigentumsmärkten weiterhin bemerkbar macht. Die von der FMA immer weiter angeheizte Kreditklemme für den heimischen Wohnbau werden die Wohnkosten aufgrund des weiter sich verknappenden Angebotes naturgemäß weiter nach oben treiben.
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Familienunternehmen boosten Wirtschaft

Wie Family Business Immobranche rettet

von Gerhard Rodler

Familiengeführte Unternehmen gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung – besonders in der Immobilienwirtschaft zeigt sich dieser Trend deutlich. Laut dem aktuellen Deloitte Family Business Report 2025 stammen bereits 22 Prozent aller großen Unternehmen weltweit aus Familienhand. In Europa zählen über 4.000 Betriebe zu dieser Kategorie, bis 2030 soll ihre Zahl auf mehr als 4.500 steigen. Besonders bemerkenswert: Ihr Umsatz dürfte bis dahin um rund 60 Prozent wachsen.

Diese Entwicklung ist auch für die Immobilienbranche relevant. Familienunternehmen gelten als stabile und langfristig orientierte Investoren, die in Zeiten volatiler Märkte auf Nachhaltigkeit, Substanz und regionale Wertschöpfung setzen. Während institutionelle Investoren sich zunehmend zurückhalten, bleiben Familienbetriebe oftmals am Markt aktiv – sei es beim Aufbau von Wohnprojekten, in der Bestandshaltung oder bei der Entwicklung gemischt genutzter Stadtquartiere.

Der Deloitte-Bericht betont, dass neue Technologien zum wichtigsten Wachstumstreiber geworden sind. Rund 40 Prozent der befragten Familienunternehmen haben ihre Investitionen in Künstliche Intelligenz und digitale Prozesse erhöht. Diese Strategie stärkt nicht nur die Effizienz, sondern eröffnet auch Chancen für datenbasierte Standort- und Projektanalysen – ein Bereich, der in der Immobilienwirtschaft immer wichtiger wird.

Zugleich steht die Branche vor einer Generationentransformation: Zahlreiche Unternehmerfamilien befinden sich in der Nachfolgephase. Laut Studie planen 26 Prozent den Verkauf oder die Beteiligung durch Private Equity, um Kapital und Know-how zu sichern. Andere wiederum holen externe Manager ins Unternehmen oder prüfen Börsengänge – ein klares Zeichen für Professionalisierung.

Für den Immobiliensektor bedeutet das: Family Offices und Familienunternehmen werden zunehmend zu verlässlichen Partnern und Kapitalgebern, die langfristig denken und in schwierigen Marktphasen antizyklisch investieren. Ihr Fokus auf Beständigkeit, Verantwortung und Innovation könnte sich damit als einer der wichtigsten Stabilitätsfaktoren der Branche erweisen.
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Kontraloop eröffnet in Split

Freizeit statt Frequenzverlust

von Gerhard Rodler

Mit der Eröffnung des neuen Leisure-Flagships „Kontraloop“ im City Center one Split antizipiert das CC Real antizipiert die Trends der Zukunft des europäischen Retailmarktes. Auf 2.000 m² kombiniert das Konzept Gaming, Gastronomie und Events – und soll damit Frequenz, Aufenthaltsdauer und Besucherbindung im Shoppingcenter deutlich steigern.

Das Projekt markiert einen weiteren Schritt in der Erlebnisstrategie von CC Real, die auf emotionale, ganzjährige Nutzungskonzepte statt reinem Handelsfokus setzt. Das Unternehmen investierte zuvor 22 Millionen Euro in die umfassende Modernisierung des Centers, das mit 6,5 Millionen Besuchern jährlich und über 200 Mietern zu den führenden Retail-Destinationen Dalmatiens zählt.

„Mit Kontraloop schaffen wir ein zukunftsorientiertes Umfeld, das Innovation und authentische Erlebnisse verbindet“, erklärt Sven Vorih, Managing Partner von CC Real.

Das Konzept wurde gemeinsam mit TGP International entwickelt und umfasst Kroatiens größte Bowlinganlage mit zwölf Bahnen, mehrere Eventzonen, Bars, eine Außenterrasse sowie rund 300 Sitzplätze. Ergänzt wird das Angebot durch Fun & Play Arcades mit 58 Gaming-Geräten und das Cineplexx-Kino mit MX4D-Technologie.

Für die Immobilienwirtschaft zeigt das Projekt exemplarisch, wie Retailstandorte durch Freizeitnutzung stabilisiert und nachhaltig wirtschaftlich betrieben werden können. Das Center gilt zudem als erstes EU-taxonomiekonformes Shoppingcenter Kroatiens und wurde mit DGNB-Gold zertifiziert – ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Gewerbeimmobilienentwicklung.
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