Leerstandsabgabe bleibt Ladenhüter

Geringe Einnahmen, viele Ausnahmen

von Stefan Posch

Die Wirkung der Leerstandsabgabe bleibt umstritten. © Adobe Stock Die Wirkung der Leerstandsabgabe bleibt umstritten. © Adobe Stock
Zwei Jahre nach der gesetzlichen Vereinfachung durch eine Verfassungsnovelle 2024 bleibt die Leerstandsabgabe ein Flickenteppich. Das beriuchtete bereits heute Früh das Immoflash Morgenjournal. Mehrere Bundesländer – darunter Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Burgenland – verzichten weiterhin auf eine solche Abgabe. Dort, wo sie eingehoben wird, fallen die Einnahmen meist gering aus. Zudem fehlt vielerorts eine belastbare Datenbasis.

Als Vorreiter gilt Salzburg. Seit Anfang 2023 können Gemeinden zwischen 400 und 5.000 Euro pro leer stehender Wohnung einheben. 2023 wurden landesweit 7.348 Leerstände erfasst, in 5.236 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet. 69,7 Prozent davon fielen unter Ausnahmen. Die Einnahmen beliefen sich für abgeschlossene Verfahren auf 74.600 Euro, weitere rund 34.000 Euro werden aus offenen Verfahren erwartet. In der Stadt Salzburg wurden 2024 und 2025 zusammen rund 96.000 Euro vorgeschrieben. Mehrere Bürgermeister kritisieren den Verwaltungsaufwand im Verhältnis zu den Erträgen.

In Tirol gilt seit 2026 eine Neuregelung. 154 von 277 Gemeinden haben eine Abgabe beschlossen, meist mit dem Höchstsatz von 30 Prozent des Basismietwerts. Laut Umfrage vom Sommer 2025 wurden 1.202 Wohnungen gemeldet, 986 davon mit Ausnahmetatbestand. Die Einnahmen lagen bei 384.000 Euro, Spitzenreiter waren Going am Wilden Kaiser (81.540 Euro) und Innsbruck (77.920 Euro).

In der Steiermark ist die Zukunft der Abgabe offen. Die seit 2022 bestehende Regelung könnte laut Regierungsprogramm bis 2029 wieder abgeschafft werden. Die Höchstgrenze liegt hier bei zehn Euro pro Quadratmeter. In Vorarlberg wurde die Leerstandsabgabe über das Zweitwohnsitzabgabegesetz geregelt, konkrete Einnahmenzahlen sind bislang nicht öffentlich.

Kärnten setzt stattdessen auf eine neue Zweitwohnungsabgabe, die ab 2027 bis zu 15 Mio. Euro jährlich bringen soll.
Die Bilanz zeigt: Trotz politischer Debatten bleibt die fiskalische Wirkung überschaubar. Ob die Abgabe tatsächlich zur Mobilisierung von Wohnraum beiträgt, ist angesichts hoher Ausnahmeraten und lückenhafter Registerdaten weiter offen – ein Befund, der auch für Investoren und Projektentwickler relevant bleibt.
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ÖBB bauen 121 Wohnungen

Erster Neubau seit fast 50 Jahren

von Laura Fürst

(v.l.n.r.) Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler, ÖBB-Infrastruktur AG Vorständin Silvia Angelo, stv. Vorsitzende des ÖBB-Konzernbetriebsrats Olivia Janisch, Mobilitätsminister Peter Hanke © ÖBB/Lukas Leonte (v.l.n.r.) Vizekanzler und Wohnbauminister Andreas Babler, ÖBB-Infrastruktur AG Vorständin Silvia Angelo, stv. Vorsitzende des ÖBB-Konzernbetriebsrats Olivia Janisch, Mobilitätsminister Peter Hanke © ÖBB/Lukas Leonte
Die ÖBB errichten bis 2028 im Stadtquartier Neues Landgut nahe dem Wiener Hauptbahnhof 121 Wohnungen für Mitarbeiter:innen. Es ist der erste Neubau im Rahmen des ÖBB-Wohnprogramms seit fast 50 Jahren. Am 2. März erfolgte der Spatenstich unter anderem mit Vizekanzler Andreas Babler und Mobilitätsminister Peter Hanke.

Gebaut wird auf einem rund 5.200 Quadratmeter großen Grundstück im zehnten Bezirk. Das Projekt Elfi im Zehnten umfasst Wohnungen mit 30 bis 113 Quadratmetern, alle mit Loggia oder Terrasse. Fünf Einheiten werden barrierefrei ausgeführt, im Erdgeschoß ist eine Gewerbefläche vorgesehen. Rund 20 Prozent der Wohnungen sind speziell auf Schichtarbeiter:innen zugeschnitten – mit getrennten Schlafbereichen, erhöhtem Schallschutz, flexibler Verdunkelung und angepasstem Lichtkonzept.

Mehr als 22.600 ÖBB-Beschäftigte arbeiten im Schichtdienst. „Genau deshalb werden im Projekt Elfi im Zehnten rund 20 Prozent der Wohnungen speziell für Schichtarbeiter:innen entwickelt“, sagt Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur. Ziel sei es, bedarfsgerechten und leistbaren Wohnraum zu schaffen. Die Mieten werden einkommensgestaffelt.

Das Quartier Neues Landgut entsteht gemeinsam mit der Stadt Wien auf einem früheren Bahnbetriebsareal. Geplant sind unter anderem ein Bildungscampus und Grünflächen wie der Walther-Kuhn-Park. Das Wohnhaus soll eine klimaaktiv-Gold-Zertifizierung erreichen, vorgesehen sind erneuerbare Energien, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Maßnahmen zur Biodiversität.

Mit dem Projekt knüpfen die ÖBB an die Tradition der Werkswohnungen an – und setzen in einem angespannten Wiener Wohnungsmarkt ein Signal für betrieblich organisierten Wohnbau.
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VÖB erwartet Stabilisierung 2026

Betonbranche sieht Talsohle durchschritten

von Laura Fürst

VÖB-Geschäftsführer Anton Glasmaier VOEB VÖB-Geschäftsführer Anton Glasmaier VOEB
Die österreichische Betonfertigteilindustrie hat 2025 ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich und rechnet 2026 mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer des Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) hervor, das im Jänner 2026 vom Marktforschungsinstitut TQS erhoben wurde.

Die Branche war 2025 von stagnierenden bis rückläufigen Umsätzen und schwacher Auftragslage geprägt. Im zweiten Halbjahr 2025 zeigt sich ein gespaltenes Bild: Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen meldete sinkende Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die andere Hälfte verzeichnete stabile oder steigende Erlöse. Laut VÖB-Geschäftsführer Anton Glasmaier resultierten jeweils rund ein Drittel der Umsatzsteigerungen aus neu gewonnenen Kunden sowie aus erweiterten Leistungs- und Produktportfolios. Betriebe mit Umsatzrückgängen führen diese gleichermaßen auf die gesamtwirtschaftliche Lage und mangelnde Aufträge zurück.

Für das erste Halbjahr 2026 überwiegt vorsichtiger Optimismus. Mehr als zwei Drittel der Befragten rechnen mit konstanten Umsätzen. Rund 90 Prozent planen bis Jahresende keinen weiteren Personalabbau und setzen auf ihr Stammpersonal. Differenziert zeigt sich die Situation bei Lehrlingen: Ein Drittel der Unternehmen bietet keine Lehrstellen an, während andere Betriebe über zu wenige oder nicht ausreichend qualifizierte Bewerber berichten.
Als strategischen Hebel sehen 85 Prozent der Mitgliedsbetriebe die Fertigteilbauweise im Hochbau. VÖB-Präsident Michael Wardian, Geschäftsführer der Kirchdorfer Fertigteilholding, betont das Potenzial höherer Vorfertigungsgrade und digitaler Planungsmethoden wie BIM zur Reduktion von Bau- und Montagezeiten.
Für Projektentwickler und Bauunternehmen bleibt die Lage damit angespannt, aber berechenbarer: Die Talsohle scheint erreicht – ein kräftiger Aufschwung ist jedoch nicht in Sicht.
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ECE-Tochter wird ParkProperty Europe

Otto-Familie bündelt Wohnkompetenz

von Laura Fürst

v.l.n.r.: Henrie W. Kötter, CEO, Katja Freese, Managing Director Development, Jan-Hendrik Walloch, Managing Director Investment © ParkProperty Europe v.l.n.r.: Henrie W. Kötter, CEO, Katja Freese, Managing Director Development, Jan-Hendrik Walloch, Managing Director Investment © ParkProperty Europe
Die zur Otto-Familie gehörende ECE Group schärft ihre Markenarchitektur: Die bisherige ECE Work & Live firmiert ab sofort als ParkProperty Europe. Damit wird das Unternehmen Teil der transatlantischen Marke ParkProperty, die Wohnimmobilien-Aktivitäten in Europa, den USA und Kanada bündelt.

Mit der Umfirmierung trennt sich die Gesellschaft klarer von der auf Shopping-Center spezialisierten ECE-Marke. Die ECE bleibt weiterhin auf den Retail-Real-Estate-Bereich fokussiert, während ParkProperty Europe als paneuropäischer Investor und Developer insbesondere im Residential-Segment agiert.
CEO Henrie W. Kötter betont, dass die neue Marke die strategische Ausrichtung besser widerspiegle. An Strategie, Team und Projekten ändere sich nichts. Auch Unternehmensstruktur, Geschäftsführung, Verträge und laufende Entwicklungen bleiben unverändert.

Laut Managing Director Investment Jan-Hendrik Walloch investiert ParkProperty Europe gezielt in wachstumsstarke europäische Märkte – als Einzelinvestor oder in Joint Ventures, Co-Investments und Fondsstrukturen. Neben Residential zählen auch Industrial- und Hospitality-Projekte zum Portfolio. Managing Director Development Katja Freese unterstreicht den Anspruch, wirtschaftlich tragfähige, funktionale und nachhaltige Immobilien zu entwickeln.
ParkProperty Europe blickt auf mehr als 60 Jahre Immobilienerfahrung innerhalb der Otto-Familie zurück und positioniert sich als kapitalstarker, langfristig orientierter Entwickler und Investor mit europäischer Perspektive und lokaler Expertise.
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Flughafen Wien trotzt Abschreibung

Rekordinvestitionen trotz Gewinneinbruch

von Laura Fürst

Die Flughafen Wien AG investiert 2026 rund 330 Mio. Euro in Infrastruktur und Standortentwicklung – trotz Ergebnisrückgang infolge der Wertberichtigung für die 3. Piste. © Adobe Stock Die Flughafen Wien AG investiert 2026 rund 330 Mio. Euro in Infrastruktur und Standortentwicklung – trotz Ergebnisrückgang infolge der Wertberichtigung für die 3. Piste. © Adobe Stock
Der Flughafen Wien (Fwag) hat 2025 seinem Umsatz um 7,2 Prozent auf 1.128,9 Millionen Euro gesteigert. Belastet wurde das Ergebnis jedoch durch eine Wertberichtigung für das Projekt 3. Piste in Höhe von 55,9 Millionen Euro. Dadurch sank das Periodenergebnis vor Minderheiten auf 210,1 Millionen Euro (2024: 239,5 Millionen Euro). Trotz des Sondereffekts soll die Dividende mit 1,65 Euro je Aktie stabil bleiben. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 330 Millionen Euro – so viel wie nie zuvor.

Das Ebitda ging 2025 um 6,8 Prozent auf 412,4 Millionen Euro zurück, das Ebit um 8,7 Prozent auf 279,5 Millionen Euro. Rund die Hälfte des negativen Effekts aus der Wertberichtigung konnte laut Unternehmen durch die operative Entwicklung kompensiert werden. Der operative Cashflow lag bei 333,3 Millionen Euro (-24,9 Prozent).

„2025 war ein wirtschaftlich starkes Jahr mit einem Umsatzplus von 7,2%. Als Folge der einmaligen Wertberichtigung 3. Piste verringerten sich das Periodenergebnis mit 210,1 Millionen Euro und das Ebitda mit 412,4 Millionen Euro leicht gegenüber dem Vorjahr, wobei die Hälfte des negativen Effekts durch eine bessere Geschäftsentwicklung kompensiert wurde“, sagt Vorstand Günther Ofner. Kritik übte er an regulatorischen Vorgaben auf EU-Ebene und forderte schnellere Genehmigungsverfahren sowie eine Reduktion der Flugabgabe in Österreich.

Operativ profitierte der Airport vom Passagierwachstum und starken Non-Aviation-Erlösen. 2025 wurden in Wien 32,6 Millionen Reisende gezählt – ein Höchstwert. Für 2026 erwartet der Vorstand rund 30 Millionen Passagiere am Standort Wien und 41,5 Millionen in der Gruppe (inklusive Malta und Kosice). Finanzseitig rechnet das Management trotz Tarifsenkung mit einem stabilen Periodenergebnis von rund 210 Millionen Euro.

Im Segment Airport stieg der Umsatz auf 536,5 Millionen Euro, Retail & Properties erzielte 215,0 Millionen Euro Umsatz und ein Ebit von 97,2 Millionen Euro. In Malta erhöhte sich der Umsatz auf 157,0 Millionen Euro, das Ebit auf 75,4 Millionen Euro.

Für Immobilienentwickler besonders relevant: 2025 investierte die Fwag 281,3 Millionen Euro, 2026 sollen es rund 330 Millionen Euro werden. Neben der Terminal-3-Süderweiterung fließen Mittel in den Office Park 4 Next mit 17.000 m² zusätzlichen Büro- und Konferenzflächen. Die AirportCity wächst weiter: 20 neue Betriebe siedelten sich 2025 an, mehr als 23.500 Menschen arbeiten inzwischen am Standort.
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Neue Chefinnen bei Attensam Wien

Bau & Grünflächen neu aufgestellt

von Laura Fürst

Luise David, Teamleitung Grünflächenbetreuung bei Attensam © Attensam / Martin Steiger Luise David, Teamleitung Grünflächenbetreuung bei Attensam © Attensam / Martin Steiger
Der Wiener Multidienstleister Attensam besetzt zwei zentrale Führungspositionen neu – und setzt dabei auf interne Fachkompetenz. Seit Anfang März leitet Romana Hahn den neu geschaffenen Bereich Bau, Sanierung & Werterhalt. In Wien übernimmt Luise David die Teamleitung der Grünflächenbetreuung.
Mit dem Bereich Bau, Sanierung & Werterhalt baut Attensam ein Segment aus, das über klassische Hausbetreuung hinausgeht. Hahn verantwortet mit einem rund 20-köpfigen Team künftig Sanierungen von Stiegenhäusern und verstärkt auch von Wohnungen. Das Leistungsspektrum reicht von Baumeister- und Malerarbeiten über Mängelbehebungen und Wassermonitoring bis zu Aufzugskontrollen. Perspektivisch ist eine digitale Dokumentationsplattform geplant, über die Eigentümer und Hausverwaltungen durchgeführte Arbeiten objektscharf abrufen können.

Hahn bringt knapp 20 Jahre Erfahrung in der Sanierung, insbesondere von Gründerzeithäusern, mit. Sie absolvierte eine HTL für Tiefbau und legte die Gewerbeprüfungen für Baumeister, Bauträger und Immobilienmakler ab. „Mit meinem langjährigen Allroundwissen rund um Sanierungen will ich meinen Bereich ausweiten und den Technik- und Sanierungsbereich bald vom Neusiedler bis zum Bodensee anbieten“, sagt sie.

Auch im Außenbereich setzt Attensam auf Ausbau. Luise David koordiniert mit ihrem zwölfköpfigen Team Grünflächenprojekte für Gewerbe- und Privatkunden – von Gartengestaltung über Pflege bis zur Planung von Bewässerungs- und Mährobotersystemen. Künftig sollen verstärkt Fassaden- und Innenhofbegrünungen angeboten werden. David ist Absolventin der Gartenbaufachschule Langenlois und verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Garten- und Landschaftsgestaltung.

Für die Immobilienbranche signalisiert die Doppelbesetzung vor allem eines: Technische Sanierung und qualitätsvolle Außenraumgestaltung rücken als Werttreiber für Bestandsobjekte weiter in den Fokus.
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VÖPE Next ordnet sich neu

Neues siebenköpfiges Board

von Stefan Posch

Das neue Board der VÖPE Next © VÖPE Next Das neue Board der VÖPE Next © VÖPE Next
Die VÖPE Next, Nachwuchsplattform der VÖPE, stellt ihre Organisationsstruktur neu auf. Ziel ist eine schlankere Führung, weniger Hierarchie und eine engere Verzahnung mit dem Hauptverein. Das siebenköpfige Board arbeitet künftig ohne klassische Funktionstitel, stattdessen mit klar definierten Verantwortungsbereichen.

„Die neue Struktur orientiert sich an den Bedürfnissen einer modernen, dynamischen Generation von Immobilienprofis“, erläutert das neue Board. „Im Rahmen der Vision VÖPE Next 2026 wird auch die Mitgliedschaft vereinfacht; bestehende Unterteilungen wie aktive und passive Mitglieder werden vollständig aufgehoben.“

Das Board wird von sieben Personen gebildet: Michaela Fluch (Mitgliedermanagement), Daniel Himmer und Johannes Merhaut (Events), Medina Mujkanovic (Marketing/Administration), Michael Sandriesser (Topics), Laura Tilly (Marketing) sowie Fabio Tramontana (Treasury). Hierarchische Titel entfallen, die Organisation erfolgt gleichberechtigt. Ein offenes Committee soll projektbezogene Mitarbeit ermöglichen, Sitzungen können bei Bedarf für Mitglieder geöffnet werden. Strategische Ausrichtung und Mitgliederverwaltung verbleiben beim Board, jedes Kernteam ist mindestens einmal vertreten.

Seit der Gründung im Mai 2023 zählt VÖPE Next laut Verein mehr als 160 Mitglieder. Inhaltlich stehen ESG-Kriterien, Digitalisierung und Innovation im Fokus. Formate wie „VÖPE Next Circle“, „Keynote with Keypeople“ oder „VÖPE Next Clubbing – After Dark“ dienen der Vernetzung innerhalb der Branche. Mit der Neuorganisation reagiert der Verein auf das Wachstum der Community – und setzt auf klare Zuständigkeiten statt klassischer Vereinsstrukturen.
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Betonbranche sieht Talsohle durchschritten

VÖB erwartet Stabilisierung 2026

von Laura Fürst

Die österreichische Betonfertigteilindustrie hat 2025 ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich und rechnet 2026 mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbarometer des Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) hervor, das im Jänner 2026 vom Marktforschungsinstitut TQS erhoben wurde.

Die Branche war 2025 von stagnierenden bis rückläufigen Umsätzen und schwacher Auftragslage geprägt. Im zweiten Halbjahr 2025 zeigt sich ein gespaltenes Bild: Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen meldete sinkende Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, die andere Hälfte verzeichnete stabile oder steigende Erlöse. Laut VÖB-Geschäftsführer Anton Glasmaier resultierten jeweils rund ein Drittel der Umsatzsteigerungen aus neu gewonnenen Kunden sowie aus erweiterten Leistungs- und Produktportfolios. Betriebe mit Umsatzrückgängen führen diese gleichermaßen auf die gesamtwirtschaftliche Lage und mangelnde Aufträge zurück.

Für das erste Halbjahr 2026 überwiegt vorsichtiger Optimismus. Mehr als zwei Drittel der Befragten rechnen mit konstanten Umsätzen. Rund 90 Prozent planen bis Jahresende keinen weiteren Personalabbau und setzen auf ihr Stammpersonal. Differenziert zeigt sich die Situation bei Lehrlingen: Ein Drittel der Unternehmen bietet keine Lehrstellen an, während andere Betriebe über zu wenige oder nicht ausreichend qualifizierte Bewerber berichten.
Als strategischen Hebel sehen 85 Prozent der Mitgliedsbetriebe die Fertigteilbauweise im Hochbau. VÖB-Präsident Michael Wardian, Geschäftsführer der Kirchdorfer Fertigteilholding, betont das Potenzial höherer Vorfertigungsgrade und digitaler Planungsmethoden wie BIM zur Reduktion von Bau- und Montagezeiten.
Für Projektentwickler und Bauunternehmen bleibt die Lage damit angespannt, aber berechenbarer: Die Talsohle scheint erreicht – ein kräftiger Aufschwung ist jedoch nicht in Sicht.

Otto-Familie bündelt Wohnkompetenz

ECE-Tochter wird ParkProperty Europe

von Laura Fürst

v.l.n.r.: Henrie W. Kötter, CEO, Katja Freese, Managing Director Development, Jan-Hendrik Walloch, Managing Director Investment © ParkProperty Europe
Die zur Otto-Familie gehörende ECE Group schärft ihre Markenarchitektur: Die bisherige ECE Work & Live firmiert ab sofort als ParkProperty Europe. Damit wird das Unternehmen Teil der transatlantischen Marke ParkProperty, die Wohnimmobilien-Aktivitäten in Europa, den USA und Kanada bündelt.

Mit der Umfirmierung trennt sich die Gesellschaft klarer von der auf Shopping-Center spezialisierten ECE-Marke. Die ECE bleibt weiterhin auf den Retail-Real-Estate-Bereich fokussiert, während ParkProperty Europe als paneuropäischer Investor und Developer insbesondere im Residential-Segment agiert.
CEO Henrie W. Kötter betont, dass die neue Marke die strategische Ausrichtung besser widerspiegle. An Strategie, Team und Projekten ändere sich nichts. Auch Unternehmensstruktur, Geschäftsführung, Verträge und laufende Entwicklungen bleiben unverändert.

Laut Managing Director Investment Jan-Hendrik Walloch investiert ParkProperty Europe gezielt in wachstumsstarke europäische Märkte – als Einzelinvestor oder in Joint Ventures, Co-Investments und Fondsstrukturen. Neben Residential zählen auch Industrial- und Hospitality-Projekte zum Portfolio. Managing Director Development Katja Freese unterstreicht den Anspruch, wirtschaftlich tragfähige, funktionale und nachhaltige Immobilien zu entwickeln.
ParkProperty Europe blickt auf mehr als 60 Jahre Immobilienerfahrung innerhalb der Otto-Familie zurück und positioniert sich als kapitalstarker, langfristig orientierter Entwickler und Investor mit europäischer Perspektive und lokaler Expertise.
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Rekordinvestitionen trotz Gewinneinbruch

Flughafen Wien trotzt Abschreibung

von Laura Fürst

Der Flughafen Wien (Fwag) hat 2025 seinem Umsatz um 7,2 Prozent auf 1.128,9 Millionen Euro gesteigert. Belastet wurde das Ergebnis jedoch durch eine Wertberichtigung für das Projekt 3. Piste in Höhe von 55,9 Millionen Euro. Dadurch sank das Periodenergebnis vor Minderheiten auf 210,1 Millionen Euro (2024: 239,5 Millionen Euro). Trotz des Sondereffekts soll die Dividende mit 1,65 Euro je Aktie stabil bleiben. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 330 Millionen Euro – so viel wie nie zuvor.

Das Ebitda ging 2025 um 6,8 Prozent auf 412,4 Millionen Euro zurück, das Ebit um 8,7 Prozent auf 279,5 Millionen Euro. Rund die Hälfte des negativen Effekts aus der Wertberichtigung konnte laut Unternehmen durch die operative Entwicklung kompensiert werden. Der operative Cashflow lag bei 333,3 Millionen Euro (-24,9 Prozent).

„2025 war ein wirtschaftlich starkes Jahr mit einem Umsatzplus von 7,2%. Als Folge der einmaligen Wertberichtigung 3. Piste verringerten sich das Periodenergebnis mit 210,1 Millionen Euro und das Ebitda mit 412,4 Millionen Euro leicht gegenüber dem Vorjahr, wobei die Hälfte des negativen Effekts durch eine bessere Geschäftsentwicklung kompensiert wurde“, sagt Vorstand Günther Ofner. Kritik übte er an regulatorischen Vorgaben auf EU-Ebene und forderte schnellere Genehmigungsverfahren sowie eine Reduktion der Flugabgabe in Österreich.

Operativ profitierte der Airport vom Passagierwachstum und starken Non-Aviation-Erlösen. 2025 wurden in Wien 32,6 Millionen Reisende gezählt – ein Höchstwert. Für 2026 erwartet der Vorstand rund 30 Millionen Passagiere am Standort Wien und 41,5 Millionen in der Gruppe (inklusive Malta und Kosice). Finanzseitig rechnet das Management trotz Tarifsenkung mit einem stabilen Periodenergebnis von rund 210 Millionen Euro.

Im Segment Airport stieg der Umsatz auf 536,5 Millionen Euro, Retail & Properties erzielte 215,0 Millionen Euro Umsatz und ein Ebit von 97,2 Millionen Euro. In Malta erhöhte sich der Umsatz auf 157,0 Millionen Euro, das Ebit auf 75,4 Millionen Euro.

Für Immobilienentwickler besonders relevant: 2025 investierte die Fwag 281,3 Millionen Euro, 2026 sollen es rund 330 Millionen Euro werden. Neben der Terminal-3-Süderweiterung fließen Mittel in den Office Park 4 Next mit 17.000 m² zusätzlichen Büro- und Konferenzflächen. Die AirportCity wächst weiter: 20 neue Betriebe siedelten sich 2025 an, mehr als 23.500 Menschen arbeiten inzwischen am Standort.
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Bau & Grünflächen neu aufgestellt

Neue Chefinnen bei Attensam Wien

von Laura Fürst

Luise David, Teamleitung Grünflächenbetreuung bei Attensam © Attensam / Martin Steiger
Der Wiener Multidienstleister Attensam besetzt zwei zentrale Führungspositionen neu – und setzt dabei auf interne Fachkompetenz. Seit Anfang März leitet Romana Hahn den neu geschaffenen Bereich Bau, Sanierung & Werterhalt. In Wien übernimmt Luise David die Teamleitung der Grünflächenbetreuung.
Mit dem Bereich Bau, Sanierung & Werterhalt baut Attensam ein Segment aus, das über klassische Hausbetreuung hinausgeht. Hahn verantwortet mit einem rund 20-köpfigen Team künftig Sanierungen von Stiegenhäusern und verstärkt auch von Wohnungen. Das Leistungsspektrum reicht von Baumeister- und Malerarbeiten über Mängelbehebungen und Wassermonitoring bis zu Aufzugskontrollen. Perspektivisch ist eine digitale Dokumentationsplattform geplant, über die Eigentümer und Hausverwaltungen durchgeführte Arbeiten objektscharf abrufen können.

Hahn bringt knapp 20 Jahre Erfahrung in der Sanierung, insbesondere von Gründerzeithäusern, mit. Sie absolvierte eine HTL für Tiefbau und legte die Gewerbeprüfungen für Baumeister, Bauträger und Immobilienmakler ab. „Mit meinem langjährigen Allroundwissen rund um Sanierungen will ich meinen Bereich ausweiten und den Technik- und Sanierungsbereich bald vom Neusiedler bis zum Bodensee anbieten“, sagt sie.

Auch im Außenbereich setzt Attensam auf Ausbau. Luise David koordiniert mit ihrem zwölfköpfigen Team Grünflächenprojekte für Gewerbe- und Privatkunden – von Gartengestaltung über Pflege bis zur Planung von Bewässerungs- und Mährobotersystemen. Künftig sollen verstärkt Fassaden- und Innenhofbegrünungen angeboten werden. David ist Absolventin der Gartenbaufachschule Langenlois und verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Garten- und Landschaftsgestaltung.

Für die Immobilienbranche signalisiert die Doppelbesetzung vor allem eines: Technische Sanierung und qualitätsvolle Außenraumgestaltung rücken als Werttreiber für Bestandsobjekte weiter in den Fokus.

Neues siebenköpfiges Board

VÖPE Next ordnet sich neu

von Stefan Posch

Das neue Board der VÖPE Next © VÖPE Next
Die VÖPE Next, Nachwuchsplattform der VÖPE, stellt ihre Organisationsstruktur neu auf. Ziel ist eine schlankere Führung, weniger Hierarchie und eine engere Verzahnung mit dem Hauptverein. Das siebenköpfige Board arbeitet künftig ohne klassische Funktionstitel, stattdessen mit klar definierten Verantwortungsbereichen.

„Die neue Struktur orientiert sich an den Bedürfnissen einer modernen, dynamischen Generation von Immobilienprofis“, erläutert das neue Board. „Im Rahmen der Vision VÖPE Next 2026 wird auch die Mitgliedschaft vereinfacht; bestehende Unterteilungen wie aktive und passive Mitglieder werden vollständig aufgehoben.“

Das Board wird von sieben Personen gebildet: Michaela Fluch (Mitgliedermanagement), Daniel Himmer und Johannes Merhaut (Events), Medina Mujkanovic (Marketing/Administration), Michael Sandriesser (Topics), Laura Tilly (Marketing) sowie Fabio Tramontana (Treasury). Hierarchische Titel entfallen, die Organisation erfolgt gleichberechtigt. Ein offenes Committee soll projektbezogene Mitarbeit ermöglichen, Sitzungen können bei Bedarf für Mitglieder geöffnet werden. Strategische Ausrichtung und Mitgliederverwaltung verbleiben beim Board, jedes Kernteam ist mindestens einmal vertreten.

Seit der Gründung im Mai 2023 zählt VÖPE Next laut Verein mehr als 160 Mitglieder. Inhaltlich stehen ESG-Kriterien, Digitalisierung und Innovation im Fokus. Formate wie „VÖPE Next Circle“, „Keynote with Keypeople“ oder „VÖPE Next Clubbing – After Dark“ dienen der Vernetzung innerhalb der Branche. Mit der Neuorganisation reagiert der Verein auf das Wachstum der Community – und setzt auf klare Zuständigkeiten statt klassischer Vereinsstrukturen.
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