Toplagen-Deal im Wiener Zentrum

RWA verkauft Innenstadtobjekte

von Stefan Posch

Immodeal: Raiffeisen Ware verkauft Wiener Toplagen für 93 Millionen Euro © Adobe Stock Immodeal: Raiffeisen Ware verkauft Wiener Toplagen für 93 Millionen Euro © Adobe Stock
Zwei prominente Immobilien im ersten Wiener Bezirk haben neue Eigentümer. Die Raiffeisen Ware Austria (RWA) hat laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Gewinn mehrere Liegenschaften in zentraler Innenstadtlage verkauft. Käufer sind die Muzicant Holding sowie die Vienna Insurance Group (VIG). Das gesamte Transaktionsvolumen beläuft sich demnach auf rund 93 Millionen Euro.

Den größten Einzeldeal bildet das Gebäude in der Kärntner Straße 16. Die Immobilie in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom wechselte für 57,5 Millionen Euro den Besitzer und ging an die Holding der Familie Muzicant. Das Gebäude verfügt über eine markante, zur Einkaufsstraße hin sichtbare Mosaikfassade und reicht bis zum Neuer Markt. Historisch bekannt ist das Haus unter anderem als Standort des ehemaligen Hotels Meissl & Schadn aus der Zeit der Monarchie. Heute zählt unter anderem ein Restaurant der Familie Plachutta zu den prominenten Mietern.

Ein weiterer Teilverkauf betrifft einen aus mehreren historischen Gebäuden bestehenden Komplex zwischen Seilergasse und Spiegelgasse. Hier veräußerte die RWA etwas mehr als die Hälfte der Anteile. Käuferin ist die Vienna Insurance Group, die dafür rund 35,5 Millionen Euro bezahlt haben soll. In dem Gebäudeverbund ist unter anderem eine Filiale der Raiffeisen Stadtbank Wien untergebracht.

Transaktionen in dieser Lage sind selten. Immobilien rund um den Stephansdom gelten als besonders stabile und langfristig gefragte Investments. Entsprechend hoch ist die Nachfrage institutioneller Investoren und vermögender Eigentümer nach Objekten in dieser Mikrolage. Verkäufe erfolgen meist nur, wenn langjährige Eigentümer ihre Portfolios neu strukturieren oder Liquidität schaffen wollen.
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Wohnmarkt stabilisiert sich

Zurück zur Normalität

von Stefan Posch

Immobilien-Compass 2025: Wohnimmobilienmarkt stabilisiert sich im neuen Zinsumfeld © Adobe Stock Immobilien-Compass 2025: Wohnimmobilienmarkt stabilisiert sich im neuen Zinsumfeld © Adobe Stock
Der österreichische Wohnimmobilienmarkt stabilisiert sich 2025 nach den massiven Verwerfungen der Zinswende. Das zeigt der aktuelle „Immobilien-Compass 2025“, den die Compass-Gruppe gemeinsam mit DataScience Service veröffentlicht hat. Demnach steigen die Transaktionszahlen nach dem Einbruch 2023 wieder auf rund 22.000 bis 23.000 Kaufverträge pro Quartal.

Zwischen 2022 und 2023 war der Leitzins von nahezu null auf rund 4,5 Prozent gestiegen. In der Folge halbierte sich die Zahl der Abschlüsse von bis zu 32.000 auf etwa 17.000 pro Quartal. Seit Ende 2023 sorgt die schrittweise Zinssenkung für eine Belebung. Aktuell liegt der Leitzins bei rund 2,5 Prozent, durchschnittliche Kreditzinsen bei etwa 3,3 Prozent.

„Überraschend war nicht das Zinsniveau an sich, sondern die Geschwindigkeit der Veränderung, insbesondere bei variabler Verzinsung. Innerhalb kurzer Zeit verteuerten sich Immobilienkredite massiv. Die Lektion der letzten Jahre ist, verstärkt auf fix verzinste Kredite zu setzen, da Banken zugleich mehr Sicherheiten fordern und konservativer bewerten“, sagt Klaus Pfeiffer, Partner bei Weber & Co. Rechtsanwälte.

Mit der verbesserten Planbarkeit nähern sich Angebot und Nachfrage wieder an. „Nach den Einbrüchen der vergangenen Jahre zeichnet sich insgesamt für das Jahr 2025 eine vorsichtige Erholung des Wohnimmobilienmarktes ab. Sinkende Leit- und Hypothekarzinsen, das Auslaufen der KIM-Verordnung am 30.06.2025 und inflationsbedingt steigende Löhne haben die Nachfrage insbesondere bei gebrauchten Wohnimmobilien belebt“, so Gerald Stocker, allgemein beeideter Sachverständiger.

Regional treiben vor allem Wien und die westlichen Bundesländer das Volumen. In Wien stieg es von 7,7 auf 10,8 Milliarden Euro (+35 Prozent). Tirol legte von 3,0 auf 4,8 Milliarden Euro zu (+60 Prozent), Vorarlberg von 1,7 auf 2,7 Milliarden Euro (+50 Prozent). Gleichzeitig warnen Marktteilnehmer vor Engpässen im Neubausegment. „Ein massiver Rückgang an Neubauwohnungen wird in Wien und Niederösterreich jedoch zu steigenden Preisen und Engpässen führen“, sagt Marion Weinberger-Fritz, Geschäftsführerin Raiffeisen Vorsorge Wohnung.

Die Käuferstruktur bleibt stabil: Besonders aktiv sind 30- bis 39-Jährige – sowohl bei Einfamilienhäusern (32,9 Prozent) als auch bei Wohnungen (28,9 Prozent). Für 2026 erwarten die Autoren eine weitere moderate Erholung, sofern das Zinsumfeld stabil bleibt.
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Mieten steigen in deutschen Städten

BNP Paribas sieht anhaltenden Preisdruck

von Laura Fürst

Strukturelle Angebotsknappheit und Nachfragedruck treiben Mietpreise weiter an    © Adobe Stock Strukturelle Angebotsknappheit und Nachfragedruck treiben Mietpreise weiter an © Adobe Stock
Die Angebotsmieten in deutschen Städten sind auch 2025 weiter gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse von BNP Paribas Real Estate, die mehr als 100 Städte sowie die wichtigsten Metropolen untersucht hat. Treiber der Entwicklung sind vor allem ein strukturell zu geringes Wohnungsangebot, schwache Neubautätigkeit und eine weiterhin hohe Nachfrage. Experten gehen davon aus, dass der Druck auf die Mieten kurz- und mittelfristig bestehen bleibt.

Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik laut Analyse inzwischen nicht mehr nur in den großen Metropolen, sondern zunehmend auch in Städten der zweiten und dritten Reihe. Während die Angebotsmieten im Bestand in den sogenannten A-Städten sowie in Hochschul- und Mittelstädten gegenüber 2024 um rund vier Prozent zulegten, verzeichneten größere Städte durchschnittliche Zuwächse von etwa sechs Prozent. Mit einer mittleren Angebotsmiete von 15,75 Euro pro Quadratmeter bleiben die A-Städte die teuersten Wohnungsmärkte, gefolgt von Hochschulstädten mit durchschnittlich 12,30 Euro pro Quadratmeter.

Auch im Neubausegment setzte sich der Trend fort. In den A-Städten stiegen die Angebotsmieten im Durchschnitt um sechs Prozent, in Hochschulstädten sogar um neun Prozent. In den sieben größten deutschen Städten liegt die Median-Angebotsmiete für Neubauwohnungen aktuell bei 20,90 Euro pro Quadratmeter. München bleibt mit 24,85 Euro pro Quadratmeter der teuerste Standort, während in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart zuletzt besonders starke Mietsteigerungen zwischen zehn und 20 Prozent registriert wurden.

„Für Investoren bietet die aktuelle Marktphase eine seltene Kombination aus hoher Mietpreisvisibilität und Angebotsknappheit. Wer sich heute qualitätsstarke Assets in guter Mikrolage sichert, positioniert sein Portfolio für resilienten Cashflow und nachhaltige Ertragssteigerungen“, sagt Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer und Head of Residential Investment BNP Paribas Real Estate.

Parallel dazu hat BNP Paribas Real Estate auch den Markt für Eigentumswohnungen analysiert. Ein Vergleich von Angebots- und Transaktionsdaten zeigt, dass sich die Preisvorstellungen von Verkäufern seit der Zinswende stärker von den tatsächlich erzielten Kaufpreisen unterscheiden. Während beide Werte bis 2021 nahezu identisch waren, liegen die realisierten Preise seit 2022 im Schnitt drei bis fünf Prozent unter den Angebotspreisen.
Besonders groß ist diese Differenz aktuell in Berlin, wo Angebotspreise rund 18 Prozent über den tatsächlich erzielten Kaufpreisen liegen. In Frankfurt, Hamburg und Köln fällt die Abweichung deutlich geringer aus. Insgesamt bleibt die Zahl der Transaktionen weiterhin unter dem früheren Niveau: Zwischen 2021 und 2023 brach die Zahl der verkauften Neubauwohnungen um 69 Prozent ein.
Trotz erster Stabilisierungstendenzen sieht BNP Paribas Real Estate langfristig weiterhin eine Angebotslücke. Steigende Bevölkerungszahlen, hohe Baukosten und eine verzögerte Erholung der Bautätigkeit dürften den Markt weiterhin prägen – mit entsprechendem Druck auf die Mietpreise.
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Neue Mieter fürs LeopoldQuartier Wien

UBM erreicht über 40 Prozent Vermietung

von Laura Fürst

Musterbüro LeopoldQuartier Office © Michael Nagl Musterbüro LeopoldQuartier Office © Michael Nagl
UBM Development meldet neue Vermietungserfolge im Büroprojekt LeopoldQuartier Office in Wien. Drei Unternehmen haben Flächen im Quartier angemietet, womit die Vermietungsquote nun bei 40,31 Prozent liegt. Zu den neuen Mietern zählen ein internationaler Technologiekonzern, das IT-Unternehmen Auvaria sowie der Gastronomieanbieter Leonardi/Eurest.

Der größte Abschluss entfällt auf einen global tätigen Technologiekonzern, der 3.814 Quadratmeter Bürofläche im LeopoldQuartier Office beziehen wird. Laut UBM handelt es sich um ein Unternehmen aus dem Bereich digitale Kommunikation mit mehreren tausend Beschäftigten weltweit.

Weitere Flächen wurden ebenfalls vergeben: Der IT-Dienstleister Auvaria hat rund 400 Quadratmeter angemietet und will seine Büros dort ab Juli 2026 eröffnen. Zudem wird der Gastronomieanbieter Leonardi/Eurest im Quartier eine Fläche von 434 Quadratmetern übernehmen. Geplant sind gastronomische Angebote im Erdgeschoss sowie ein Schanigarten. Ergänzend ist ein rund um die Uhr zugänglicher Micromarket im Obergeschoss vorgesehen.

„Diese Vermietungserfolge zu Jahresbeginn zeigen einmal mehr, dass wir mit dem LeopoldQuartier Office ein Projekt geschaffen haben, das am Markt hervorragend angenommen wird“, sagt Franz Panwinkler, Geschäftsführer von UBM Österreich.

Der durchschnittliche Mietpreis für Büroflächen im Projekt liegt laut Unternehmen aktuell bei rund 25 Euro pro Quadratmeter. Mit den jüngsten Abschlüssen überschreitet die Vermietungsquote erstmals die Marke von 40 Prozent.

Das LeopoldQuartier Office ist Teil des Entwicklungsprojekts LeopoldQuartier im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Laut UBM handelt es sich um Europas erstes Stadtquartier in Holz-Hybrid-Bauweise. Neben Büroflächen umfasst das Areal auch Gewerbe- und Gastronomieflächen.
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a&o baut Europas größtes Hostel

40 Mio. Euro für Checkpoint Charlie

von Laura Fürst

Europas größtes Hostel eröffnet 2027 in Berlin-Kreuzberg: das a&o Berlin Checkpoint Charlie © a&o Europas größtes Hostel eröffnet 2027 in Berlin-Kreuzberg: das a&o Berlin Checkpoint Charlie © a&o
Die Budgetkette a&o Hostels sichert sich ein weiteres Großprojekt in der Hauptstadt: In der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin-Kreuzberg entsteht bis Anfang 2027 das größte Hostel Europas. Das ehemalige Bürogebäude nahe Checkpoint Charlie umfasst rund 31.000 Quadratmeter und soll nach dem Umbau etwa 610 Zimmer mit 2.500 Betten bieten. Verkäufer ist Pimco Prime Real Estate im Auftrag der Allianz.

Rund 40 Millionen Euro investiert das Unternehmen in Modernisierung und Konversion. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant. Mit dem neuen Standort wächst a&o in Berlin auf fünf Häuser und insgesamt rund 8.000 Betten.

Der Ankauf ist Teil einer 500-Millionen-Euro-Wachstumsstrategie, die gemeinsam mit den Eigentümern StepStone Group und Proprium Capital Partners umgesetzt wird. „Berlin ist und bleibt eine besondere Mischung aus Geschichte, Kultur und Lifestyle und deshalb eine der Top-Destinationen in Europa. Checkpoint Charlie hier in Berlin, wo vor über 25 Jahren mit dem ersten a&o in Friedrichshain unsere Reise begann, ist ein sehr besonderer Meilenstein. Nachhaltig und modern werden wir mit dem größten Hostel Europas unser Wachstum eindrucksvoll vorantreiben und bezahlbares Reisen auch in Zukunft möglich machen“, sagt Gründer und CEO Oliver Winter.

a&o setzt seit Jahren auf die Umnutzung älterer Büro- und Hotelimmobilien in zentralen Lagen. Das Hostelsegment gewinnt laut Marktbeobachtern zunehmend institutionelle Investoren an Bedeutung. Studien prognostizieren dem europäischen Markt bis 2029 ein Volumen von 8,2 Milliarden Euro.

In den vergangenen 24 Monaten hat a&o nach eigenen Angaben 11.000 Betten neu geschaffen oder modernisiert. Allein 2025 kamen 5.500 Betten in vier neuen Städten hinzu.
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Frauenanteil als ökonomischer Vorteil

Diversität ist betriebswirtschaftlicher Faktor

von Laura Fürst

v.l.n.r.: Gerhild Bensch-König; Irene Rief-Hauser; Martina Hirsch; Valerie Hillebrand; Daniela Unterholzner; Sandra Hochleitner © Sandra Schartel v.l.n.r.: Gerhild Bensch-König; Irene Rief-Hauser; Martina Hirsch; Valerie Hillebrand; Daniela Unterholzner; Sandra Hochleitner © Sandra Schartel
Der Internationale Frauentag am kommenden Sonntag wird häufig als gesellschaftlicher Appell verstanden. Für die Immobilienwirtschaft jedoch steckt dahinter ein klarer ökonomischer Imperativ: In einer Phase massiver Unsicherheit entscheidet die Zusammensetzung der Führungsteams zunehmend über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Gerhild Bensch König, Obfrau von Salon Real, unterstreicht diesen Punkt und betont, dass Diversität kein symbolisches Anliegen sei, sondern ein struktureller Erfolgsfaktor: „Unser Ziel ist nicht Symbolik, sondern die nachhaltige Weiterentwicklung der Branche. Der Weltfrauentag erinnert daran, wie entscheidend strukturelle Vielfalt für die Zukunftsfähigkeit der Immobilienwirtschaft ist.“

In einer Branche mit jahrzehntelangen Investitionshorizonten sind robuste Entscheidungen ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements. Divers besetzte Teams reduzieren strategische Blindspots, erhöhen die Innovationskraft und tragen nachweislich zu stabileren Ergebnissen bei – ein klarer Vorteil in kapitalintensiven Märkten.

Aktuelle Studien bestätigen diese Dynamik deutlich: Eine McKinsey-Analyse zeigt, dass Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in Führungspositionen weltweit eine um 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein; in Europa steigt dieser Diversitätsbonus sogar auf 62 Prozent. Eine weitere McKinsey-Auswertung zeigt, dass Unternehmen im untersten Diversitätsquartil eine 66 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, finanziell besser abzuschneiden als der Durchschnitt. Ergänzend zeigt der BCG Gender Diversity Index, dass Unternehmen mit hoher Vielfalt nachweislich krisenfester sind und verstärkt in Zukunftstechnologien investieren – ein klarer Wettbewerbsvorteil in dynamischen Märkten.

Gleichzeitig offenbart die Initiative „Frauen in Führung“ (F!F) einen erheblichen Nachholbedarf innerhalb der Immobilienbranche: In 53 Prozent der Unternehmen sitzt keine einzige Frau in der Geschäftsführung, und der durchschnittliche Frauenanteil liegt weiterhin bei lediglich 18 Prozent. Damit bleiben viele Entscheidungsstrukturen in der Praxis deutlich hinter dem Anspruch einer zukunftsorientierten Branche zurück.

„Es liegt nun an uns allen, Diversität nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu stärken – denn die Zukunftsfähigkeit der Immobilienwirtschaft entscheidet sich daran, wie konsequent wir Frauen in der Wirtschaft fördern“, so der Vorstand vom Salon Real.
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100 Mio. frisches Kapital für Gropyus

Serienbau wächst mit neuen Projekten weiter

von Laura Fürst

Gropyus  erhält weitere 100 Millionen Euro Wachstumskapital und treibt den seriellen Wohnungsbau mit derzeit rund 800 Wohnungen in Umsetzung weiter voran © Adobe Stock Gropyus erhält weitere 100 Millionen Euro Wachstumskapital und treibt den seriellen Wohnungsbau mit derzeit rund 800 Wohnungen in Umsetzung weiter voran © Adobe Stock
Das technologieorientierte Bauunternehmen Gropyus hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen und sich 100 Millionen Euro Wachstumskapital gesichert. Damit steigt das gesamte Eigenkapitalvolumen des Unternehmens auf rund 400 Millionen Euro. Die Mittel sollen vor allem in die Skalierung der digitalen und automatisierten Bauprozesse fließen.

Das 2019 gegründete Unternehmen mit Standorten in Berlin und Wien setzt auf industrialisierte Bauweise für Wohnprojekte. Der Fokus liegt auf serieller Fertigung, digitaler Planung und nachhaltigen Baukonzepten. Aktuell befinden sich sieben Projekte mit rund 80.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und etwa 800 Wohneinheiten in Deutschland und Österreich in unterschiedlichen Entwicklungs- und Bauphasen.

Ein erstes Referenzprojekt in der Berliner Hildegardstraße soll bereits im Frühjahr 2026 fertiggestellt und an den Wohnentwickler Buwog übergeben werden. Der Bau startete erst vor elf Monaten.

Parallel erweitert Gropyus sein Kundenportfolio. Zu den Auftraggebern zählen neben bestehenden Partnern nun auch Becker & Kries, Industria und INP. Die Projekte reichen von Nachverdichtungen über Blockrandbebauung bis hin zu Quartiersentwicklungen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seine automatisierte Fertigung auf weitere Gebäudetypen auszuweiten. Erste Aufträge außerhalb des klassischen Wohnbaus, etwa im Einzelhandel, sind bereits umgesetzt.

„Diese Finanzierungsrunde ist ein starkes Signal: Unsere Investoren wissen, dass die Bauindustrie vor einem grundlegenden Wandel steht. Digital, industrialisiert und nachhaltig – unser Ansatz ist nicht nur effizient, sondern schafft die Grundlage für eine neue Generation bezahlbaren Wohnraums. Mit dem zusätzlichen Kapital beschleunigen wir unser Wachstum und leisten einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen, resilienten Bauwirtschaft“, sagt Markus Fuhrmann, Gründer und Co-CEO von Gropyus.

Zu den Investoren zählen unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, das Venture-Capital-Unternehmen Semapa Next sowie der schwedische Investor FAM AB. Neu beteiligt ist unter anderem das State of Michigan Retirement System. Semapa Next erhöht sein Engagement um weitere 35 Millionen Euro und wird damit zum zweitgrößten Investor nach Vonovia.

Die neuen Mittel sollen insbesondere in den Ausbau der digitalen Planungssysteme, die industrielle Serienfertigung und weitere Bauprojekte fließen. Ziel ist es, das Modell des standardisierten, skalierbaren Bauens stärker im europäischen Wohnungsmarkt zu etablieren.
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BNP Paribas sieht anhaltenden Preisdruck

Mieten steigen in deutschen Städten

von Laura Fürst

Die Angebotsmieten in deutschen Städten sind auch 2025 weiter gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse von BNP Paribas Real Estate, die mehr als 100 Städte sowie die wichtigsten Metropolen untersucht hat. Treiber der Entwicklung sind vor allem ein strukturell zu geringes Wohnungsangebot, schwache Neubautätigkeit und eine weiterhin hohe Nachfrage. Experten gehen davon aus, dass der Druck auf die Mieten kurz- und mittelfristig bestehen bleibt.

Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik laut Analyse inzwischen nicht mehr nur in den großen Metropolen, sondern zunehmend auch in Städten der zweiten und dritten Reihe. Während die Angebotsmieten im Bestand in den sogenannten A-Städten sowie in Hochschul- und Mittelstädten gegenüber 2024 um rund vier Prozent zulegten, verzeichneten größere Städte durchschnittliche Zuwächse von etwa sechs Prozent. Mit einer mittleren Angebotsmiete von 15,75 Euro pro Quadratmeter bleiben die A-Städte die teuersten Wohnungsmärkte, gefolgt von Hochschulstädten mit durchschnittlich 12,30 Euro pro Quadratmeter.

Auch im Neubausegment setzte sich der Trend fort. In den A-Städten stiegen die Angebotsmieten im Durchschnitt um sechs Prozent, in Hochschulstädten sogar um neun Prozent. In den sieben größten deutschen Städten liegt die Median-Angebotsmiete für Neubauwohnungen aktuell bei 20,90 Euro pro Quadratmeter. München bleibt mit 24,85 Euro pro Quadratmeter der teuerste Standort, während in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart zuletzt besonders starke Mietsteigerungen zwischen zehn und 20 Prozent registriert wurden.

„Für Investoren bietet die aktuelle Marktphase eine seltene Kombination aus hoher Mietpreisvisibilität und Angebotsknappheit. Wer sich heute qualitätsstarke Assets in guter Mikrolage sichert, positioniert sein Portfolio für resilienten Cashflow und nachhaltige Ertragssteigerungen“, sagt Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer und Head of Residential Investment BNP Paribas Real Estate.

Parallel dazu hat BNP Paribas Real Estate auch den Markt für Eigentumswohnungen analysiert. Ein Vergleich von Angebots- und Transaktionsdaten zeigt, dass sich die Preisvorstellungen von Verkäufern seit der Zinswende stärker von den tatsächlich erzielten Kaufpreisen unterscheiden. Während beide Werte bis 2021 nahezu identisch waren, liegen die realisierten Preise seit 2022 im Schnitt drei bis fünf Prozent unter den Angebotspreisen.
Besonders groß ist diese Differenz aktuell in Berlin, wo Angebotspreise rund 18 Prozent über den tatsächlich erzielten Kaufpreisen liegen. In Frankfurt, Hamburg und Köln fällt die Abweichung deutlich geringer aus. Insgesamt bleibt die Zahl der Transaktionen weiterhin unter dem früheren Niveau: Zwischen 2021 und 2023 brach die Zahl der verkauften Neubauwohnungen um 69 Prozent ein.
Trotz erster Stabilisierungstendenzen sieht BNP Paribas Real Estate langfristig weiterhin eine Angebotslücke. Steigende Bevölkerungszahlen, hohe Baukosten und eine verzögerte Erholung der Bautätigkeit dürften den Markt weiterhin prägen – mit entsprechendem Druck auf die Mietpreise.

UBM erreicht über 40 Prozent Vermietung

Neue Mieter fürs LeopoldQuartier Wien

von Laura Fürst

Musterbüro LeopoldQuartier Office © Michael Nagl
UBM Development meldet neue Vermietungserfolge im Büroprojekt LeopoldQuartier Office in Wien. Drei Unternehmen haben Flächen im Quartier angemietet, womit die Vermietungsquote nun bei 40,31 Prozent liegt. Zu den neuen Mietern zählen ein internationaler Technologiekonzern, das IT-Unternehmen Auvaria sowie der Gastronomieanbieter Leonardi/Eurest.

Der größte Abschluss entfällt auf einen global tätigen Technologiekonzern, der 3.814 Quadratmeter Bürofläche im LeopoldQuartier Office beziehen wird. Laut UBM handelt es sich um ein Unternehmen aus dem Bereich digitale Kommunikation mit mehreren tausend Beschäftigten weltweit.

Weitere Flächen wurden ebenfalls vergeben: Der IT-Dienstleister Auvaria hat rund 400 Quadratmeter angemietet und will seine Büros dort ab Juli 2026 eröffnen. Zudem wird der Gastronomieanbieter Leonardi/Eurest im Quartier eine Fläche von 434 Quadratmetern übernehmen. Geplant sind gastronomische Angebote im Erdgeschoss sowie ein Schanigarten. Ergänzend ist ein rund um die Uhr zugänglicher Micromarket im Obergeschoss vorgesehen.

„Diese Vermietungserfolge zu Jahresbeginn zeigen einmal mehr, dass wir mit dem LeopoldQuartier Office ein Projekt geschaffen haben, das am Markt hervorragend angenommen wird“, sagt Franz Panwinkler, Geschäftsführer von UBM Österreich.

Der durchschnittliche Mietpreis für Büroflächen im Projekt liegt laut Unternehmen aktuell bei rund 25 Euro pro Quadratmeter. Mit den jüngsten Abschlüssen überschreitet die Vermietungsquote erstmals die Marke von 40 Prozent.

Das LeopoldQuartier Office ist Teil des Entwicklungsprojekts LeopoldQuartier im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Laut UBM handelt es sich um Europas erstes Stadtquartier in Holz-Hybrid-Bauweise. Neben Büroflächen umfasst das Areal auch Gewerbe- und Gastronomieflächen.
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40 Mio. Euro für Checkpoint Charlie

a&o baut Europas größtes Hostel

von Laura Fürst

Die Budgetkette a&o Hostels sichert sich ein weiteres Großprojekt in der Hauptstadt: In der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin-Kreuzberg entsteht bis Anfang 2027 das größte Hostel Europas. Das ehemalige Bürogebäude nahe Checkpoint Charlie umfasst rund 31.000 Quadratmeter und soll nach dem Umbau etwa 610 Zimmer mit 2.500 Betten bieten. Verkäufer ist Pimco Prime Real Estate im Auftrag der Allianz.

Rund 40 Millionen Euro investiert das Unternehmen in Modernisierung und Konversion. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant. Mit dem neuen Standort wächst a&o in Berlin auf fünf Häuser und insgesamt rund 8.000 Betten.

Der Ankauf ist Teil einer 500-Millionen-Euro-Wachstumsstrategie, die gemeinsam mit den Eigentümern StepStone Group und Proprium Capital Partners umgesetzt wird. „Berlin ist und bleibt eine besondere Mischung aus Geschichte, Kultur und Lifestyle und deshalb eine der Top-Destinationen in Europa. Checkpoint Charlie hier in Berlin, wo vor über 25 Jahren mit dem ersten a&o in Friedrichshain unsere Reise begann, ist ein sehr besonderer Meilenstein. Nachhaltig und modern werden wir mit dem größten Hostel Europas unser Wachstum eindrucksvoll vorantreiben und bezahlbares Reisen auch in Zukunft möglich machen“, sagt Gründer und CEO Oliver Winter.

a&o setzt seit Jahren auf die Umnutzung älterer Büro- und Hotelimmobilien in zentralen Lagen. Das Hostelsegment gewinnt laut Marktbeobachtern zunehmend institutionelle Investoren an Bedeutung. Studien prognostizieren dem europäischen Markt bis 2029 ein Volumen von 8,2 Milliarden Euro.

In den vergangenen 24 Monaten hat a&o nach eigenen Angaben 11.000 Betten neu geschaffen oder modernisiert. Allein 2025 kamen 5.500 Betten in vier neuen Städten hinzu.
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Diversität ist betriebswirtschaftlicher Faktor

Frauenanteil als ökonomischer Vorteil

von Laura Fürst

v.l.n.r.: Gerhild Bensch-König; Irene Rief-Hauser; Martina Hirsch; Valerie Hillebrand; Daniela Unterholzner; Sandra Hochleitner © Sandra Schartel
Der Internationale Frauentag am kommenden Sonntag wird häufig als gesellschaftlicher Appell verstanden. Für die Immobilienwirtschaft jedoch steckt dahinter ein klarer ökonomischer Imperativ: In einer Phase massiver Unsicherheit entscheidet die Zusammensetzung der Führungsteams zunehmend über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Gerhild Bensch König, Obfrau von Salon Real, unterstreicht diesen Punkt und betont, dass Diversität kein symbolisches Anliegen sei, sondern ein struktureller Erfolgsfaktor: „Unser Ziel ist nicht Symbolik, sondern die nachhaltige Weiterentwicklung der Branche. Der Weltfrauentag erinnert daran, wie entscheidend strukturelle Vielfalt für die Zukunftsfähigkeit der Immobilienwirtschaft ist.“

In einer Branche mit jahrzehntelangen Investitionshorizonten sind robuste Entscheidungen ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements. Divers besetzte Teams reduzieren strategische Blindspots, erhöhen die Innovationskraft und tragen nachweislich zu stabileren Ergebnissen bei – ein klarer Vorteil in kapitalintensiven Märkten.

Aktuelle Studien bestätigen diese Dynamik deutlich: Eine McKinsey-Analyse zeigt, dass Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in Führungspositionen weltweit eine um 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein; in Europa steigt dieser Diversitätsbonus sogar auf 62 Prozent. Eine weitere McKinsey-Auswertung zeigt, dass Unternehmen im untersten Diversitätsquartil eine 66 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, finanziell besser abzuschneiden als der Durchschnitt. Ergänzend zeigt der BCG Gender Diversity Index, dass Unternehmen mit hoher Vielfalt nachweislich krisenfester sind und verstärkt in Zukunftstechnologien investieren – ein klarer Wettbewerbsvorteil in dynamischen Märkten.

Gleichzeitig offenbart die Initiative „Frauen in Führung“ (F!F) einen erheblichen Nachholbedarf innerhalb der Immobilienbranche: In 53 Prozent der Unternehmen sitzt keine einzige Frau in der Geschäftsführung, und der durchschnittliche Frauenanteil liegt weiterhin bei lediglich 18 Prozent. Damit bleiben viele Entscheidungsstrukturen in der Praxis deutlich hinter dem Anspruch einer zukunftsorientierten Branche zurück.

„Es liegt nun an uns allen, Diversität nicht nur zu erkennen, sondern aktiv zu stärken – denn die Zukunftsfähigkeit der Immobilienwirtschaft entscheidet sich daran, wie konsequent wir Frauen in der Wirtschaft fördern“, so der Vorstand vom Salon Real.

Serienbau wächst mit neuen Projekten weiter

100 Mio. frisches Kapital für Gropyus

von Laura Fürst

Gropyus erhält weitere 100 Millionen Euro Wachstumskapital und treibt den seriellen Wohnungsbau mit derzeit rund 800 Wohnungen in Umsetzung weiter voran © Adobe Stock
Das technologieorientierte Bauunternehmen Gropyus hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen und sich 100 Millionen Euro Wachstumskapital gesichert. Damit steigt das gesamte Eigenkapitalvolumen des Unternehmens auf rund 400 Millionen Euro. Die Mittel sollen vor allem in die Skalierung der digitalen und automatisierten Bauprozesse fließen.

Das 2019 gegründete Unternehmen mit Standorten in Berlin und Wien setzt auf industrialisierte Bauweise für Wohnprojekte. Der Fokus liegt auf serieller Fertigung, digitaler Planung und nachhaltigen Baukonzepten. Aktuell befinden sich sieben Projekte mit rund 80.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und etwa 800 Wohneinheiten in Deutschland und Österreich in unterschiedlichen Entwicklungs- und Bauphasen.

Ein erstes Referenzprojekt in der Berliner Hildegardstraße soll bereits im Frühjahr 2026 fertiggestellt und an den Wohnentwickler Buwog übergeben werden. Der Bau startete erst vor elf Monaten.

Parallel erweitert Gropyus sein Kundenportfolio. Zu den Auftraggebern zählen neben bestehenden Partnern nun auch Becker & Kries, Industria und INP. Die Projekte reichen von Nachverdichtungen über Blockrandbebauung bis hin zu Quartiersentwicklungen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seine automatisierte Fertigung auf weitere Gebäudetypen auszuweiten. Erste Aufträge außerhalb des klassischen Wohnbaus, etwa im Einzelhandel, sind bereits umgesetzt.

„Diese Finanzierungsrunde ist ein starkes Signal: Unsere Investoren wissen, dass die Bauindustrie vor einem grundlegenden Wandel steht. Digital, industrialisiert und nachhaltig – unser Ansatz ist nicht nur effizient, sondern schafft die Grundlage für eine neue Generation bezahlbaren Wohnraums. Mit dem zusätzlichen Kapital beschleunigen wir unser Wachstum und leisten einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen, resilienten Bauwirtschaft“, sagt Markus Fuhrmann, Gründer und Co-CEO von Gropyus.

Zu den Investoren zählen unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, das Venture-Capital-Unternehmen Semapa Next sowie der schwedische Investor FAM AB. Neu beteiligt ist unter anderem das State of Michigan Retirement System. Semapa Next erhöht sein Engagement um weitere 35 Millionen Euro und wird damit zum zweitgrößten Investor nach Vonovia.

Die neuen Mittel sollen insbesondere in den Ausbau der digitalen Planungssysteme, die industrielle Serienfertigung und weitere Bauprojekte fließen. Ziel ist es, das Modell des standardisierten, skalierbaren Bauens stärker im europäischen Wohnungsmarkt zu etablieren.
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