Erste Preissteigerungen am Zinshausmarkt

Transaktionsvolumen und Nachfrage ziehen wieder an

von Stefan Posch

Die Maximalpreise haben sich teilweise erhöht. © Otto Immobilien Die Maximalpreise haben sich teilweise erhöht. © Otto Immobilien
Am Wiener Zinshausmarkt sind bereits wieder die ersten Preissteigerungen zu beobachten. Das geht aus dem Wiener Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien hervor, der heute vorgestellt wurde. Demnach stieg das Transaktionsvolumen 2024 auf 872 Millionen Euro (2023: 831 Millionen Euro). Die deutlichsten Steigerungen wurden dabei in den Wiener Gemeindebezirken 4., 8, 9, und 18. beobachtet. "Die Maximalpreise gingen insbesondere im 1. Bezirk wieder nach oben", sagt Philipp Maisel, Teamleiter Zinshaus bei Otto Immobilien, der den Subtanzwert bei Topobjekten in der Inneren Stadt bei 10.500 Euro einpreist. Auch der 10. Bezirk und 14. Bezirk habe es Preissteigerungen gegeben. Wienweit liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 3.287 Euro, was etwa das Niveau von 2019 entspricht. Im vierten Quartal des Vorjahres wurden auch mehr Transaktionen gezählt, als in den drei Quartalen zuvor zusammen. "Wir sehen aus dem jetzt bereits abgeschlossenen 1. Quartal, dass es jetzt auch positiv weiter geht", so Maisel, der immer mehr Kaufinteressenten ausmacht. Der Fokus liege nach wie vor stark auf die einstelligen Bezirken, aber es gebe nun auch vermehrt Interessenten in den Außenbezirk. Laut Maisel sei der Markt gerade für eigenkapitalstarke Investoren interessant. Verkäuferseitig sind mittlerweile deutlich mehr institutionelle Investoren bereit, offene Verkaufsprozesse zu starten. "Auch das zeigt, dass das Vertrauen in den Markt zurückkehrt", erklärt Maisel.

Eugen Otto sieht aber eine veränderte Käuferklientel. Die üblichen Player am Zinshausmarkt seien aufgrund ihrer Altlasten stark unter Druck und hätten oft nicht den Bewegungsspielraum für Ankäufe. Dafür gebe es jetzt eigenkapitalstarke Investoren, die in der Vergangenheit "oft nicht gut behandelt wurden". "Viele dieser Investoren wurden in der Boomphase in Bieterprozessen und schnelle Entscheidungen gedrängt und mussten ihre Angebote oft aufbessern, um ein Objekt zu bekommen. Deswegen hätten sich viele eigenkapitalstarke Investoren sich von diesem Segment abgewendet. Das Blatt hat sich nun gewendet, jetzt können Investoren sich in Ruhe zurücklehnen und beobachten, was an guter Ware auf dem Markt kommt", erklärt Otto, der auch darauf hinweist, dass die drei größten Zinshaus-Transaktionen im Jahr 2024 ausschließlich mit Eigenkapital finanziert wurden. Otto sieht aber auch ein steigendes Interesse von Zinshausentwickler, die "ihr Kapital nicht verbrannt haben". Zudem kommen neue, junge Player auf dem Markt, die mit Eigenkapital und Mut in den Markt drängen. Otto rechnet damit, dass die Transkaktionszahlen weiter steigen. Wenn sich alte und neue Marktteilnehmern preislich aufeinander zubewegen und auch die Banken mitspielen dann glaubt Otto an eine nachhaltige Stabilität. "In den nächsten zwei, drei Jahren wird es einen stabilen und langsam in die Höhe gehenden Markt geben", so Otto. Trotzdem müsse man vorsichtig walten lassen, da viele Player "ihre Altlasten noch nicht verdaut haben. Aber die gute Ware hat nach wie vor Saison", meint Otto.

Dass ein Wiener Zinshaus ein endliches Gut ist, zeigt die Anzahl der Gründerzeit-Zinshäuser, die weiter sinkt und aktuell bei 13.439 Objekten liegt, was einem Rückgang von 13,5 % seit 2009 entspricht. Hauptursache bleibt die Umwandlung in Wohnungseigentum. „Der kontinuierliche Rückgang des Bestands an Gründerzeit-Zinshäusern verdeutlicht den anhaltenden strukturellen Wandel auf dem Wiener Immobilienmarkt. Gleichzeitig sehen wir eine Belebung der Marktaktivitäten und eine Stabilisierung der Preise“, sagt Martin Denner, Leiter der Research-Abteilung bei Otto Immobilien.

Veränderungen stehen bei den Share Deals an. "Der Share Deal ist in Gefahr. Die Bundesregierung hat im Programm, den Share Deal flächendeckender der Grunderwerbssteuer anzupassen. Es gibt gute Gründe, warum Vorgängerregierungen das nicht zu gemacht haben", erklärt Florian Schmidl, Partner bei Forvis Mazars Austria. "In Deutschland wurde das bereits vor 5 Jahren so gemacht. Außer Unsicherheit herrscht dort gar nichts", gibt er zu bedenken. Rechtsunsicherheit sei in dieser Zeit gerade das, was es nicht braucht. Ähnlich wie bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer geht Florian Schmidl davon aus, dass die Maßnahme verfassungsrechtlich nicht halten wird.
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Sveta-Firmen insolvent

Es handelt sich um zwei Zweckgesellschaften

von Gerhard Rodler

Zwei Sveta-Gesellschaften insolvent © adobestock Zwei Sveta-Gesellschaften insolvent © adobestock
Beim Handelsgericht Wien wurden am Mittwoch über zwei weitere Projektgesellschaften der Sveta-Immobiliengruppe Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) sind die Sveta Kreitnergasse 46 Immobilien und die Sveta Investments betroffen.

Die Sveta Investments GmbH wurde 2019 gegründet und hält eine unbebaute Liegenschaft, die mit Pfandrechten belastet ist. Die Passiva belaufen sich auf rund 23,4 Millionen Euro. Vier Gläubiger sind betroffen, Dienstnehmer sind im Unternehmen nicht beschäftigt. Vorgesehen ist die Fortführung des Unternehmens im Rahmen eines Sanierungsverfahrens mit einer angebotenen Gläubigerquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.

Im Fall der 2021 gegründeten Sveta Kreitnergasse 46 Immobilien GmbH betragen die Verbindlichkeiten laut AKV etwa 7,4 Millionen Euro. Als Vermögenswerte werden zwei Zinshausliegenschaften angeführt. Auch hier ist eine Fortführung vorgesehen, ebenso mit einer 20-prozentigen Sanierungsplanquote.

Die Verfahren stehen im Zusammenhang mit finanziellen Restrukturierungen innerhalb der Sveta-Immobiliengruppe, deren Fokus auf der Entwicklung und Bewirtschaftung von Liegenschaften in Wien liegt.
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BIG mit 190 Millionen weniger Gewinn

Über eine Milliarde an Investments

von Gerhard Rodler

Christine Dornaus © Wiener Städtische Christine Dornaus © Wiener Städtische
Auch an der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) geht die aktuelle Situation der Immobilienbranche nicht spurlos vorbei. So hat die BIG 2024 einen Jahresgewinn von 884,5 Millionen Euro erzielt, was einem Rückgang von rund 190 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Unternehmensführung führt das Ergebnis insbesondere auf deutlich gestiegene Investitionen zurück. Insgesamt flossen rund 1,08 Milliarden Euro in Neubauten, Sanierungen und Instandhaltungen des staatlichen Immobilienportfolios.

Der Gesamtumsatz stieg um knapp acht Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die Mieteinnahmen erhöhten sich um 101 Millionen Euro auf nahezu 1,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging um 5,5 Prozent auf 880,5 Millionen Euro zurück. Die ÖBAG erhält für 2024 eine Dividende in Höhe von 206 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte sie zusätzlich zu 200 Millionen Euro eine Sonderdividende von 50 Millionen Euro erhalten.

Die Bewertung des Immobilienportfolios erfolgte konservativ, was sich ebenfalls auf das Ergebnis ausgewirkt hat. Dennoch erhöhte sich der Fair Value des rund 2.000 Liegenschaften umfassenden Portfolios auf 18,2 Milliarden Euro. Der Bestand setzt sich überwiegend aus Bildungs- und Spezialimmobilien zusammen, darunter Schulen, Universitäten, Justizeinrichtungen sowie Büro- und Wohnobjekte.

Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag auf der Instandhaltung: Über 45 Prozent der Mittel wurden dafür aufgewendet. Zunehmend im Fokus steht die Dekarbonisierung des Bestands. Aktuell werden unter anderem die Justizanstalt Josefstadt und das Landesgericht für Strafsachen in Wien thermisch saniert. Bis 2040 sollen bis zu zwei Milliarden Euro für entsprechende Maßnahmen bereitgestellt werden. Erste größere Investitionen wurden bereits 2024 getätigt, ab dem kommenden Jahr sind jährlich über 100 Millionen Euro vorgesehen. Im Bereich Schul- und Universitätsbau wurden rund 350 Millionen Euro investiert. Zu den größten Bauvorhaben zählen das Haus der Physik in Innsbruck, das Center of Physics in Graz sowie der MedUni Campus in Wien.
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6b47 hinterlässt derzeit 72 Mio. Schulden

Bisher 53 Millionen davon anerkannt

von Gerhard Rodler

Das Francis der 6B47 wurde bereits verkauft © 6B47 Das Francis der 6B47 wurde bereits verkauft © 6B47
Die Insolvenz der 6B47 Real Estate Investors AG beschäftigt weiterhin den Immobiliensektor. Nach Angaben des Gläubigerschutzverbands KSV1870 haben bislang 97 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 72 Millionen Euro angemeldet. Das Wiener Immobilienunternehmen fungierte als Holding innerhalb der 6B47-Gruppe, deren Projektgesellschaften zahlreiche Immobilienprojekte im In- und Ausland verantworten.

Im Zuge der Berichts- und Prüfungstagsatzung wurden Forderungen im Ausmaß von 53 Millionen Euro vorläufig anerkannt. Darunter befinden sich auch nachrangige Ansprüche, etwa eine Unternehmensanleihe über 20 Millionen Euro, für die im Zuge der Restrukturierung 2023 eine qualifizierte Nachrangigkeitserklärung durch einen begrenzten Investorenkreis abgegeben wurde. Die 6B47 Real Estate Investors AG war in ein Netzwerk von rund 60 Gesellschaften eingebunden, die laut KSV1870 in Österreich operieren. Aufgrund fehlender Liquidität wurde die Holding Ende Februar 2024 insolvenzrechtlich geschlossen.

Im Vorfeld war im Dezember 2023 eine umfassende Restrukturierungsvereinbarung mit Finanzgläubigern abgeschlossen worden. In diesem Zusammenhang wurden nahezu alle relevanten Forderungen und Beteiligungen besichert. Nicht verpfändet sind Forderungen im Ausmaß von rund 2,9 Millionen Euro, die der freien Masse zugeordnet werden könnten.

Das laufende Insolvenzverfahren betrifft zentrale Akteure am österreichischen Immobilienmarkt und wird sich nach Einschätzung des KSV über einen längeren Zeitraum erstrecken. Die komplexe Struktur aus Beteiligungen, Immobilienfinanzierungen und Projektgesellschaften stellt hohe Anforderungen an die Abwicklung.
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Redevco startet Real Estate Debt-Plattform

Erstes Investment über knapp 57 Millionen

von Gerhard Rodler

Redevco launcht Finanzierungsplattform © © Adobe Stock Redevco launcht Finanzierungsplattform © © Adobe Stock
Redevco hat mit einer ersten Investition über seine neue Real Estate Debt-Plattform einen weiteren Schritt in Richtung Expansion des Geschäftsmodells gesetzt. Die Finanzierung in Höhe von 47,5 Millionen Pfund (rund 56,8 Millionen Euro) wird für den Erwerb und die umfassende Sanierung eines rund 56.000 m² großen Bürogebäudes in der Londoner City verwendet.

Die Immobilie am 10 Salisbury Square wird von Original Works entwickelt, einer Plattform von Invesco Real Estate und dem Projektentwickler Simten. Vermittelt wurde das Darlehen von Brotherton Real Estate. Geplant ist ein nachhaltiger Umbau nach höchsten Umweltstandards, unter anderem mit der Zielsetzung EPC A und einer BREEAM Outstanding-Zertifizierung. Die Finanzierung erfolgt im Einklang mit den Green Loan Principles der LMA und unterstützt die Transformation von Bestandsimmobilien im Sinne nachhaltiger Nutzungskonzepte.

Das Darlehen ist Teil von Redevcos strategischem Einstieg in die Immobilienfinanzierung. Im Fokus steht die Finanzierung marktführender Projekte mit stabilen Cashflows. Das Unternehmen plant, privates Kapital gezielt für nachhaltige Immobilieninvestitionen zu mobilisieren.
Die neue Plattform bietet Finanzierungslösungen für europäische Märkte und diverse Anlageklassen. Neben der klassischen Akquisitions- und Investitionsfinanzierung gehören auch Projektentwicklungen zum Fokus. Ziel ist es, Darlehensstrukturen bereitzustellen, die die Umsetzung zukunftsfähiger Immobilienprojekte ermöglichen und institutionellen Partnern kontinuierliche Renditen sichern
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Hendel Teil der ImmoScout24-GF

Weitere Digitalisierungsangebote geplant

von Gerhard Rodler

Daniel Hendel © Immoscout24 Daniel Hendel © Immoscout24
Mit heute, 1. April 2025, übernimmt Daniel Hendel eine neue Rolle in der Geschäftsführung von ImmoScout24. Gemeinsam mit Gesa Crockford, die das Unternehmen bereits seit 2022 leitet, wird er künftig die Online-Plattform für Immobilien in Deutschland führen. Hendel folgt auf Ralf Weitz, der sich künftig auf seine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender der Scout24 SE konzentriert.

In seiner neuen Funktion wird Hendel das Privatkundengeschäft verantworten. Dazu zählen insbesondere digitale Angebote für Immobiliensuchende und Eigentümer. Die sogenannten Plus-Produkte für Mieter- und Käufersuche konnten zuletzt rund 500.000 Abonnenten verzeichnen.
Daniel Hendel ist seit 2009 in verschiedenen Funktionen innerhalb der Scout24-Gruppe tätig. Zuletzt verantwortete er als Vice President Product Management die Weiterentwicklung der Mitgliedschaftsprodukte für private Nutzer. Seine Erfahrung umfasst u.a. die Bereiche Consumer Products, Data Monetization und Business Development. Mit dem Wechsel in der Führungsspitze verfolgt ImmoScout24 das Ziel, die Digitalisierung rund um Immobilienprozesse weiter auszubauen und die Plattformstrategie im aktuellen Marktumfeld weiterzuentwickeln.
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Investoren drängen in Hotelmarkt

Über 400 Mill. für Leonardo-Hotels

von Gerhard Rodler

Leonardo Hotels ©  Leonardo Hotels Central Europe Leonardo Hotels © Leonardo Hotels Central Europe
Leonardo Hotels Central Europe baut seine Präsenz im europäischen Hotelmarkt weiter aus. Mit der gegründeten Fattal Partnership III und einem Investitionsvolumen von 419 Mio. Euro wurden innerhalb eines Jahres 23 Hotels in sieben Ländern erworben. Zu den Standorten zählen unter anderem die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Italien und Irland. Weitere Expansionen sind bereits in Planung.

Zentrale Wachstumstreiber sind die Lifestyle-Marke NYX Hotels by Leonardo Hotels sowie die neue Leonardo Limited Edition, eine kuratierte Kollektion von Individualhotels in historischen oder architektonisch markanten Gebäuden. Mit der Leonardo Limited Edition werden denkmalgeschützte oder historisch bedeutende Immobilien in das Portfolio integriert – etwa The Dilly in London, The Grand Brighton oder das Hotel Alden Splügenschloss in Zürich. In Deutschland zählen das Nikolai Hotel in Hamburg und The Posthouse in Berlin zu den neuen Standorten.
Geplant ist ein jährliches Portfoliowachstum von durchschnittlich 10 %. Im Fokus stehen neben Deutschland insbesondere Frankreich, Skandinavien, Kroatien und Serbien.

Zugleich werden bestehende Hotels modernisiert. So wurde das Leonardo Royal Warsaw auf 362 Zimmer erweitert. 2024 wurden insgesamt rund 1.000 Hotelzimmer und Bäder umfassend renoviert; ähnliche Maßnahmen sind für 2025 vorgesehen.
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Schindler baut mit Robotern

Robotersystem Schindler-R.I.S.E. beim Bau des DC 2 Tower

von Stefan Posch

Der Roboter Schindler R.I.S.E. © Schindler, Walter Luttenberger Der Roboter Schindler R.I.S.E. © Schindler, Walter Luttenberger
Trotz der Baukrise realisiert Schindler Österreich weiter viele Projekte im Wohnbau- und Infrastrukturbereich. So werden im180 Meter hohen DC 2 Tower elf Aufzüge installiert. Die Montage wird durch das Robotersystem Schindler-R.I.S.E. unterstützt. Am Bahnhof Bregenz werden bei laufendem Betrieb sechs maßgeschneiderte neue Fahrtreppen montiert. Im Gebäude der Chirurgie der Innsbrucker Klinik wurde in den vergangenen 1,5 Jahren das Aufzugsystem modernisiert. Durch die Aufrüstung mit dem Schindler PORT 4D Verkehrsmanagementsystem im Zuge der Modernisierung wurden 30 Prozent des Energieverbrauchs eingespart.

Derzeit entsteht auf der Wiener Donauplatte der DC 2 Tower, der mit einer Höhe von rund 180 Metern in den Himmel ragen wird. Das ideale Projekt für den Einsatz des Schindler-Robotersystems R.I.S.E., denn je mehr Aufzüge und je höher der Schacht, desto mehr Ankerbolzen müssen gesetzt werden. Seit 2018 setzt Schindler auf die künstliche Intelligenz von Robotern und entlastet damit die Monteure von monotonen, gefährlichen und gesundheitsbelastenden Tätigkeiten. „Roboter haben bekanntlich kein Problem mit Kälte, Hitze und Staub, und sie sind rund um die Uhr im Schacht im Einsatz. Dabei agieren unsere Roboter selbstlernend und autonom. Die perfekte Stelle zum Bohren finden sie ohne den Monteur. Die hochwertige und schnelle Montage hat unsere Kunden bisher überzeugt. Einmal installiert, arbeitet der Roboter präzise sein Pensum ab und beschleunigt die Installation der Anlagen erheblich“, sagt Janine Schwabe-Häder, Geschäftsführerin von Schindler Österreich.
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Frohner neuer Allplan-Geschäftsfeldleiter

Verantwortet Bereich Gebäudetechnik Wien

von Gerhard Rodler

 Pascal Frohner © allplan Pascal Frohner © allplan
Pascal Frohner übernimmt mit April 2025 die Funktion des Geschäftsfeldleiters für Gebäudetechnik Wien bei der Allplan GmbH. Er bringt umfassende Erfahrung aus der Immobilienentwicklung sowie der technischen Planung von Industrieprojekten mit. Vor seinem Wechsel zu Allplan war Frohner bei einem der größten Projektentwickler in Wien tätig. Dort prägte er eine bauherrennahe Perspektive, die er nun gezielt in die Projektarbeit bei Allplan einbringt.

Im Fokus seiner Tätigkeit stehen effiziente und innovative Lösungen in der Gebäudetechnik, die durch enge Zusammenarbeit mit Bauherren, Generalplanern und Projektbeteiligten realisiert werden sollen. Ziel ist die Umsetzung nachhaltiger Immobilienprojekte und der Aufbau langfristiger Partnerschaften auf vertrauensvoller Basis. Die Allplan GmbH ist als Ingenieurbüro auf Gebäudetechnik, Bauphysik sowie nationales und internationales Consulting in den Bereichen Energieeffizienz und Umwelttechnik spezialisiert.
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Über eine Milliarde an Investments

BIG mit 190 Millionen weniger Gewinn

von Gerhard Rodler

Auch an der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) geht die aktuelle Situation der Immobilienbranche nicht spurlos vorbei. So hat die BIG 2024 einen Jahresgewinn von 884,5 Millionen Euro erzielt, was einem Rückgang von rund 190 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Unternehmensführung führt das Ergebnis insbesondere auf deutlich gestiegene Investitionen zurück. Insgesamt flossen rund 1,08 Milliarden Euro in Neubauten, Sanierungen und Instandhaltungen des staatlichen Immobilienportfolios.

Der Gesamtumsatz stieg um knapp acht Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die Mieteinnahmen erhöhten sich um 101 Millionen Euro auf nahezu 1,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging um 5,5 Prozent auf 880,5 Millionen Euro zurück. Die ÖBAG erhält für 2024 eine Dividende in Höhe von 206 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte sie zusätzlich zu 200 Millionen Euro eine Sonderdividende von 50 Millionen Euro erhalten.

Die Bewertung des Immobilienportfolios erfolgte konservativ, was sich ebenfalls auf das Ergebnis ausgewirkt hat. Dennoch erhöhte sich der Fair Value des rund 2.000 Liegenschaften umfassenden Portfolios auf 18,2 Milliarden Euro. Der Bestand setzt sich überwiegend aus Bildungs- und Spezialimmobilien zusammen, darunter Schulen, Universitäten, Justizeinrichtungen sowie Büro- und Wohnobjekte.

Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag auf der Instandhaltung: Über 45 Prozent der Mittel wurden dafür aufgewendet. Zunehmend im Fokus steht die Dekarbonisierung des Bestands. Aktuell werden unter anderem die Justizanstalt Josefstadt und das Landesgericht für Strafsachen in Wien thermisch saniert. Bis 2040 sollen bis zu zwei Milliarden Euro für entsprechende Maßnahmen bereitgestellt werden. Erste größere Investitionen wurden bereits 2024 getätigt, ab dem kommenden Jahr sind jährlich über 100 Millionen Euro vorgesehen. Im Bereich Schul- und Universitätsbau wurden rund 350 Millionen Euro investiert. Zu den größten Bauvorhaben zählen das Haus der Physik in Innsbruck, das Center of Physics in Graz sowie der MedUni Campus in Wien.

Bisher 53 Millionen davon anerkannt

6b47 hinterlässt derzeit 72 Mio. Schulden

von Gerhard Rodler

Das Francis der 6B47 wurde bereits verkauft © 6B47
Die Insolvenz der 6B47 Real Estate Investors AG beschäftigt weiterhin den Immobiliensektor. Nach Angaben des Gläubigerschutzverbands KSV1870 haben bislang 97 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 72 Millionen Euro angemeldet. Das Wiener Immobilienunternehmen fungierte als Holding innerhalb der 6B47-Gruppe, deren Projektgesellschaften zahlreiche Immobilienprojekte im In- und Ausland verantworten.

Im Zuge der Berichts- und Prüfungstagsatzung wurden Forderungen im Ausmaß von 53 Millionen Euro vorläufig anerkannt. Darunter befinden sich auch nachrangige Ansprüche, etwa eine Unternehmensanleihe über 20 Millionen Euro, für die im Zuge der Restrukturierung 2023 eine qualifizierte Nachrangigkeitserklärung durch einen begrenzten Investorenkreis abgegeben wurde. Die 6B47 Real Estate Investors AG war in ein Netzwerk von rund 60 Gesellschaften eingebunden, die laut KSV1870 in Österreich operieren. Aufgrund fehlender Liquidität wurde die Holding Ende Februar 2024 insolvenzrechtlich geschlossen.

Im Vorfeld war im Dezember 2023 eine umfassende Restrukturierungsvereinbarung mit Finanzgläubigern abgeschlossen worden. In diesem Zusammenhang wurden nahezu alle relevanten Forderungen und Beteiligungen besichert. Nicht verpfändet sind Forderungen im Ausmaß von rund 2,9 Millionen Euro, die der freien Masse zugeordnet werden könnten.

Das laufende Insolvenzverfahren betrifft zentrale Akteure am österreichischen Immobilienmarkt und wird sich nach Einschätzung des KSV über einen längeren Zeitraum erstrecken. Die komplexe Struktur aus Beteiligungen, Immobilienfinanzierungen und Projektgesellschaften stellt hohe Anforderungen an die Abwicklung.
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Erstes Investment über knapp 57 Millionen

Redevco startet Real Estate Debt-Plattform

von Gerhard Rodler

Redevco hat mit einer ersten Investition über seine neue Real Estate Debt-Plattform einen weiteren Schritt in Richtung Expansion des Geschäftsmodells gesetzt. Die Finanzierung in Höhe von 47,5 Millionen Pfund (rund 56,8 Millionen Euro) wird für den Erwerb und die umfassende Sanierung eines rund 56.000 m² großen Bürogebäudes in der Londoner City verwendet.

Die Immobilie am 10 Salisbury Square wird von Original Works entwickelt, einer Plattform von Invesco Real Estate und dem Projektentwickler Simten. Vermittelt wurde das Darlehen von Brotherton Real Estate. Geplant ist ein nachhaltiger Umbau nach höchsten Umweltstandards, unter anderem mit der Zielsetzung EPC A und einer BREEAM Outstanding-Zertifizierung. Die Finanzierung erfolgt im Einklang mit den Green Loan Principles der LMA und unterstützt die Transformation von Bestandsimmobilien im Sinne nachhaltiger Nutzungskonzepte.

Das Darlehen ist Teil von Redevcos strategischem Einstieg in die Immobilienfinanzierung. Im Fokus steht die Finanzierung marktführender Projekte mit stabilen Cashflows. Das Unternehmen plant, privates Kapital gezielt für nachhaltige Immobilieninvestitionen zu mobilisieren.
Die neue Plattform bietet Finanzierungslösungen für europäische Märkte und diverse Anlageklassen. Neben der klassischen Akquisitions- und Investitionsfinanzierung gehören auch Projektentwicklungen zum Fokus. Ziel ist es, Darlehensstrukturen bereitzustellen, die die Umsetzung zukunftsfähiger Immobilienprojekte ermöglichen und institutionellen Partnern kontinuierliche Renditen sichern
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Weitere Digitalisierungsangebote geplant

Hendel Teil der ImmoScout24-GF

von Gerhard Rodler

Daniel Hendel © Immoscout24
Mit heute, 1. April 2025, übernimmt Daniel Hendel eine neue Rolle in der Geschäftsführung von ImmoScout24. Gemeinsam mit Gesa Crockford, die das Unternehmen bereits seit 2022 leitet, wird er künftig die Online-Plattform für Immobilien in Deutschland führen. Hendel folgt auf Ralf Weitz, der sich künftig auf seine Aufgabe als Vorstandsvorsitzender der Scout24 SE konzentriert.

In seiner neuen Funktion wird Hendel das Privatkundengeschäft verantworten. Dazu zählen insbesondere digitale Angebote für Immobiliensuchende und Eigentümer. Die sogenannten Plus-Produkte für Mieter- und Käufersuche konnten zuletzt rund 500.000 Abonnenten verzeichnen.
Daniel Hendel ist seit 2009 in verschiedenen Funktionen innerhalb der Scout24-Gruppe tätig. Zuletzt verantwortete er als Vice President Product Management die Weiterentwicklung der Mitgliedschaftsprodukte für private Nutzer. Seine Erfahrung umfasst u.a. die Bereiche Consumer Products, Data Monetization und Business Development. Mit dem Wechsel in der Führungsspitze verfolgt ImmoScout24 das Ziel, die Digitalisierung rund um Immobilienprozesse weiter auszubauen und die Plattformstrategie im aktuellen Marktumfeld weiterzuentwickeln.

Über 400 Mill. für Leonardo-Hotels

Investoren drängen in Hotelmarkt

von Gerhard Rodler

Leonardo Hotels © Leonardo Hotels Central Europe
Leonardo Hotels Central Europe baut seine Präsenz im europäischen Hotelmarkt weiter aus. Mit der gegründeten Fattal Partnership III und einem Investitionsvolumen von 419 Mio. Euro wurden innerhalb eines Jahres 23 Hotels in sieben Ländern erworben. Zu den Standorten zählen unter anderem die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Italien und Irland. Weitere Expansionen sind bereits in Planung.

Zentrale Wachstumstreiber sind die Lifestyle-Marke NYX Hotels by Leonardo Hotels sowie die neue Leonardo Limited Edition, eine kuratierte Kollektion von Individualhotels in historischen oder architektonisch markanten Gebäuden. Mit der Leonardo Limited Edition werden denkmalgeschützte oder historisch bedeutende Immobilien in das Portfolio integriert – etwa The Dilly in London, The Grand Brighton oder das Hotel Alden Splügenschloss in Zürich. In Deutschland zählen das Nikolai Hotel in Hamburg und The Posthouse in Berlin zu den neuen Standorten.
Geplant ist ein jährliches Portfoliowachstum von durchschnittlich 10 %. Im Fokus stehen neben Deutschland insbesondere Frankreich, Skandinavien, Kroatien und Serbien.

Zugleich werden bestehende Hotels modernisiert. So wurde das Leonardo Royal Warsaw auf 362 Zimmer erweitert. 2024 wurden insgesamt rund 1.000 Hotelzimmer und Bäder umfassend renoviert; ähnliche Maßnahmen sind für 2025 vorgesehen.
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Robotersystem Schindler-R.I.S.E. beim Bau des DC 2 Tower

Schindler baut mit Robotern

von Stefan Posch

Der Roboter Schindler R.I.S.E. © Schindler, Walter Luttenberger
Trotz der Baukrise realisiert Schindler Österreich weiter viele Projekte im Wohnbau- und Infrastrukturbereich. So werden im180 Meter hohen DC 2 Tower elf Aufzüge installiert. Die Montage wird durch das Robotersystem Schindler-R.I.S.E. unterstützt. Am Bahnhof Bregenz werden bei laufendem Betrieb sechs maßgeschneiderte neue Fahrtreppen montiert. Im Gebäude der Chirurgie der Innsbrucker Klinik wurde in den vergangenen 1,5 Jahren das Aufzugsystem modernisiert. Durch die Aufrüstung mit dem Schindler PORT 4D Verkehrsmanagementsystem im Zuge der Modernisierung wurden 30 Prozent des Energieverbrauchs eingespart.

Derzeit entsteht auf der Wiener Donauplatte der DC 2 Tower, der mit einer Höhe von rund 180 Metern in den Himmel ragen wird. Das ideale Projekt für den Einsatz des Schindler-Robotersystems R.I.S.E., denn je mehr Aufzüge und je höher der Schacht, desto mehr Ankerbolzen müssen gesetzt werden. Seit 2018 setzt Schindler auf die künstliche Intelligenz von Robotern und entlastet damit die Monteure von monotonen, gefährlichen und gesundheitsbelastenden Tätigkeiten. „Roboter haben bekanntlich kein Problem mit Kälte, Hitze und Staub, und sie sind rund um die Uhr im Schacht im Einsatz. Dabei agieren unsere Roboter selbstlernend und autonom. Die perfekte Stelle zum Bohren finden sie ohne den Monteur. Die hochwertige und schnelle Montage hat unsere Kunden bisher überzeugt. Einmal installiert, arbeitet der Roboter präzise sein Pensum ab und beschleunigt die Installation der Anlagen erheblich“, sagt Janine Schwabe-Häder, Geschäftsführerin von Schindler Österreich.

Verantwortet Bereich Gebäudetechnik Wien

Frohner neuer Allplan-Geschäftsfeldleiter

von Gerhard Rodler

Pascal Frohner © allplan
Pascal Frohner übernimmt mit April 2025 die Funktion des Geschäftsfeldleiters für Gebäudetechnik Wien bei der Allplan GmbH. Er bringt umfassende Erfahrung aus der Immobilienentwicklung sowie der technischen Planung von Industrieprojekten mit. Vor seinem Wechsel zu Allplan war Frohner bei einem der größten Projektentwickler in Wien tätig. Dort prägte er eine bauherrennahe Perspektive, die er nun gezielt in die Projektarbeit bei Allplan einbringt.

Im Fokus seiner Tätigkeit stehen effiziente und innovative Lösungen in der Gebäudetechnik, die durch enge Zusammenarbeit mit Bauherren, Generalplanern und Projektbeteiligten realisiert werden sollen. Ziel ist die Umsetzung nachhaltiger Immobilienprojekte und der Aufbau langfristiger Partnerschaften auf vertrauensvoller Basis. Die Allplan GmbH ist als Ingenieurbüro auf Gebäudetechnik, Bauphysik sowie nationales und internationales Consulting in den Bereichen Energieeffizienz und Umwelttechnik spezialisiert.
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